Geheimnisvolle Meditation – strahlendes Licht

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Genau vor einem Jahr ist dieses Bild entstanden. Eine Frau mit Kopftuch berührt ganz vorsichtig die kerzenrussgeschwärzte Aussenwand der Grabkapelle unter der grossen Kuppel der Anastasis («Auferstehungskirche») in
Jerusalem. Wir wissen nicht, worüber sie nachdenkt, was sie bewegt. Ihr ist wichtig, jenem Ort ganz nah zu sein, von dem seit Jahrhunderten gesagt wird, Jesus sei da begraben gewesen.
Hier haben einst die Frauen am ersten Tag der Woche früh am Morgen voller Schreck ein leeres Grab entdeckt. «Wo hast du ihn hingelegt?» fragt Maria von Magdala einen, den sie für den Gärtner hält. «Maria, berühre mich nicht», die Antwort. Er spricht sie mit ihrem Namen an und sie erkennt den geliebten Jesus. So erzählt das Johannesevangelium.

Was geht der unbekannten Pilgerin durch den Kopf?
Wenig später dreht sie sich um. Wir blicken einander an. Sie bittet mich, dass ich sie und ihre Mitpilger fotografiere. Ganz glücklich strahlen sie – die Handy-Kamera hält das fest. Fröhlich gehen wir weiter. Ich bin sicher, sie wird zuhause erzählen.

Die Kerze ist längst gelöscht. Auf dem Bild leuchtet sie weiter. Ich erzähle Ihnen heute die Geschichte des Bildes. Wäre nicht jene uralte geheimnisvolle, die sich rationalem Verstehen entziehende Geschichte von der «Anastasis» wäre dieses Bild nie entstanden …
Das Licht ihrer Kerze macht das Geheimnisvolle des Bildes aus. Der schwarze Russ an der Aussenwand der Grabkapelle zeigt, dass Zehntausende hier Kerzen entzündet haben.
Inzwischen ist der Russ weg. Die Grabkapelle wurde nach langen ökumenischen Gesprächen und Auseinandersetzungen von den Kirchen gemeinsam saniert. Ganz bewusst auf das Jahr 2017 hin. Denn in diesem Jahrfeiern wir alle gemeinsam Ostern.
«Ich hoffe, dass die Pilger ihre Gewohnheiten ändern und keine Kerzen mehr an und in der Grabkapelle entzünden»,sagte die griechische Archäologin, die die Sanierungen geleitet hat.
Jetzt strahlt der rote und weisse Marmor wieder so wie damals als um 1810 die «Aedicula» nach einem Erdbeben erbaut wurde.

Die Geschichte von Ostern geht weiter. Erzählen wir davon und staunen wir über das Leben. Ich freue mich auf das gemeinsame Feiern. Mit äthiopischen Christen in Gümligen, mit vielen Konfessionen und Kirchen in Bern.

Ihr Christoph Knoch

Siehe Editorial im April-reformiert..

Übrigens: Kirchen sammeln seit Aschermittwoch für Fastenopfer und Brot für alle. Die Kirchgemeinde Muri-Gümligen unterstützt Projekte gegen den Hunger: PC 40-984-9 «Brot für alle». Herzlichen Dank.
Ostern 2017 (1)
09.03.2017
21 Bilder
Fotograf/-in
Christoph Knoch und Weitere