Klangfenster 2024 | Italienische und böhmische Klänge in der Kirche Gümligen

Das diesjährige Klangfenster steht am Freitagabend ganz im Zeichen der Spätromantik und ihren zugleich nationalen, globalisierenden und historisierenden Ausprägungen. Sowohl Antonín Dvorák als auch Ottorino Respighi und Marco Enrico Bossi unternahmen internationale Konzerttourneen bis Moskau und New York, prägten aber gleichzeitig die spezifischen nationalen Stile ihrer jeweiligen Länder. Eine Fortsetzung findet das Klangfenster im Gottesdienst vom 2. Juni.
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Mitwirkende

Matteo Pastorello, Orgel (1. Teil)
Jacques Pasquier, Klavier (2. Teil)
Simone Roggen, Violine
Janka Ryf, Violine
Léa Legros Pontal, Viola
Patrick Demenga, Violoncello

Zum Programm

Mit einigen seiner Zeitgenossen, der «Generazione dell’ottanta» (Generation der um 1880 Geborenen), bildete Respighi einen Gegenpol zur «Übermacht» der italienischen Oper eines Verdi oder eines Puccini. Er besann sich zurück auf die alte italienische Musik des Barock und der Renaissance und verlieh ihr, beeinflusst vom französischen Impressionismus, ein zeitgenössisches Klanggewand. Das Preludio und die Suite, die faktisch ein Orgelkonzert ist, sind eine Hommage an Bach, Frescobaldi und Corelli.

Obwohl Bossis Werke heute nur wenig bekannt sind, darf er zu den bedeutendsten italienischen Komponisten der Wende zum 20. Jahrhundert gezählt werden. Zu seiner Zeit war er als weltberühmter Virtuose überall als Konzertorganist gefragt. In seinem Op. 115 verschmelzen die symphonische Welt und das «Belcanto» zu einer einzigartigen Atmosphäre.

Als Dvorák 1887 unter anderem auch sein Op. 5, ein Klavierquintett in A-Dur, «revidierte», schrieb er tatsächlich ein komplett neues Werk, das schliesslich als Op. 81 gedruckt wurde. Eine Verwandtschaft mit Werken Schuberts und Schumanns ist nicht von der Hand zu weisen. Die beiden Satzüberschriften Dumka (urspr. ukrainisches Klagelied) und Furiant (böhmischer Volkstanz) verweisen auf das Bemühen um eine slawische Identität. Das Quintett ist heute eines der populärsten von Dvoráks Kammermusikwerken und zeugt im Wechsel zwischen Lyrik, symphonischem Charakter, trauriger Nachdenklichkeit und lebhafter Extrovertiertheit vom unerschöpflichen Erfindungsreichtum des Komponisten.

Detailprogramm

19.30 Uhr
Ottorino Respighi (1879–1936)
Preludio in La minore sopra un corale di Bach
«Ich hab mein Sach Gott heimgestellt»

Marco Enrico Bossi (1861–1925)
Tema e Variazioni op. 115

Ottorino Respighi
Suite all´antica per archi e organo in sol maggiore, P 58
I Preludio – II Aria – III Pastorale – IV Cantico

Zirka 20.15 bis 20.45 Uhr
Apéro

20.45 Uhr
Antonín Dvorák (1841–1904)
Klavierquintett Nr. 2 in A-Dur, op. 81
I Allegro, ma non tanto – II Dumka: Andante con moto –
III Scherzo (Furiant): Molto vivace – IV Finale: Allegro