«Brot fällt nicht vom Himmel: Weniger für uns. Genug für alle.» (Bfa 2015)

«Huhn frisst Soja. Und Soja frisst Regenwald - die Lebensgrundlage vieler Menschen.» Kurz und bündig, plakativ und provokativ ist das Plakat der ökumenischen Kampagne 2015. Das regt auf und ärgert.
Die Pfarrei Bruder Klaus und die Kirchgemeinde Muri-Gümligen haben am vergangenen Sonntag zum ökumenischen Gottesdienst und gemeinsamen SuppenZmittag in Kirche und Kirchgemeindehaus Muri eingeladen.

Ökumenischer Gottesdienst zum Suppentag (Foto: Clemens Birrer)
Foto (Clemens Birrer)

Im Gottesdienst, den Diana Diaz, Margrit Uebelhart, Christoph Knoch und Pastoralassistent Gianfranco Biribicchi gemeinsam mit der Organistin Christine Heggendorn und der Sigristin Susanne Pelozzi gestaltet haben, wurde deutlich, dass die Gerichts- und Drohworte von biblisch-prophetischen Texten heute auf taube Ohren stossen. Wer hingegen den Text aus Jeremia 5 transformiert «Euer Einsatz hat diese Ordnung bewahrt, und euer gutes Verhalten hat Schaden von euch ferngehalten. Denn in meinem Volk finden sich vorbildliche Menschen; sie knüpfen öffentliche Netzwerke von Männern und Frauen, um anderen zu helfen.» gewinnt die Zuhörenden. Positiv gewendet lässt sich nachdenken über Fleisch und Brot, über Soja, Huhn und Regenwald. Die Lupe auf dem Plakat ermuntert, genauer die Welt zu betrachten und über das eigene Handeln, den eigenen Konsum nachzudenken.
Fasten – mit Verstand. So liesse sich der Sonntag zusammenfassen.



Fastenkalender (Foto: Bfa/FO)
Rezepte fürs Leben und zum Überleben.
So steht auf der Agenda 2015. «Ausdauer», «Humor», «Respekt», «Mut», «Kritik», «Elan» sind die Gewürze, die dem Leben Geschmack verleihen. Spätestens am Freitag findet sich dieses Rezeptheft («Agenda») in den Briefkästen aller Haushaltungen in Muri-Gümligen als Beilage der Monatszeitung «reformiert.». Darauf wurde in Muri ebenfalls hingewiesen. Drei Kurzfilme («Die Antwort liegt auf deinem Teller», «Brot im Heiligen Land» und der Blick in die Backstube von Stalders Gaumenfreude: www.rkmg.ch/bfa) regten zu intensiven Gesprächen bei Gerstensuppe und Kuchen an. Dem Suppenkoch, den Stifterinnen der Kuchen und allen, die aktiv dabei waren, gebührt ein herzlicher Dank.
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Rückblick in Bild und Ton: Ökumenischer Gottesdienst in Muri am 22. Februar 2015.

Seit dem 16. Februar wird in allen Filialien von «Stalders Gaumenfreuden» wieder das Brot zum Teilen verkauft. Susi und Ueli Stalder beteiligen sich von Anfang an und lassen täglich das vierteilige Brot aus zweierlei Teig in der Backstube entstehen. Pro verkauftes Brot fliesst ein Franken an die Aktion Brot für alle/Fastenopfer/Partnersein.
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Brot zum Teilen - so entsteht es in der Backstube

Brot zum Teilen (Foto: Christoph Knoch)


In der Einladung zum Gottesdienst hiess es: Am Plakat von Fastenopfer, Brot für alle und Partnersein scheiden sich die Geister. Muss es so drastisch gezeigt werden? Oder wenden sich jene entsetzt ab, die mit der Kampagne 2015 zum Nach- und Weiterdenken angeregt werden soll(t)en? Das gerupfte Huhn wird zum Poulet für den Grill. Genuss für die einen, schwindende Ressourcen und abgeholzte Regenwälder für die andern. Im Gottesdienst steht zwar ein Streitgespräch am Anfang, die Predigt ermutigt das «kluge und verständige Volk» (Jeremia 5, 20-19) zum Blick über den Tellerrand hinaus und lädt ein zum Teilen von Brot, Olivenöl und Gewürzen. Bei Kirchenkaffee und Suppe lassen sich die Gespräche im Kirchgemeindehaus weiterführen.

Das Thema Landwirtschaft bleibt drängend. Ein Bericht zeigt, das unsere Landwirtschaft leider viel Energie importiert.



Die unbearbeitete Fassung:
Brot für alle
22.02.2015
13 Bilder
Fotograf/-in
Christoph Knoch und Weitere