Tannäste, Kaffee, Kuchen und «Mit Pauken und Trompeten» als Auftakt zum Advent.

Adventskränze, Gestecke, Gebäck und «Mercifair»-Waren von mission21 fanden am Samstag im Kirchgemeindehaus Muri reissenden Absatz. Eine ungewohnte Predigt über «Sozusagen läuft der wahre Gott und Mensch, der Held, freudig hin zur Welt» am Sonntagmorgen und ein Konzert mit Pauken, Trompeten, exzellenten Solisten und einem begeisternd musizierenden Chor und Orchester liessen den ersten Adventssonntag für viele zum Festtag werden.
Adventsverkauf <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>303</div><div class='bid' style='display:none;'>1996</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Im ehemaligen Stall von Familie Aeschbacher entstehen Jahr für Jahr zahlreiche Adventskränze, die einen eher traditionell andere aussergewöhnlich geformt und geschmückt. Alle werden irgendwo in Muri-Gümligen die dunklen Tage des Dezembers mit ihrem Kerzenlicht erhellen. Früh am Samstag kommen die Insider ins Kirchgemeindehaus, wer (zu) spät kommt, muss mit dem vorlieb nehmen, was noch da ist. Kaffee, Kuchen, Brot und Züpfe sind bis zum Mittag zu haben, ebenso die «Mercifair» Produkte, die über mission21 in Basel bezogen werden. Olivenöl und Sa'atar aus den palästinensischen Gebieten, Seidenschals aus Indien, Schnitzereien aus verschiedenen Gegenden Afrikas und neckische kleine Krippen aus Lateinamerika. 1450.- Franken wurden so für Projekte in aller Welt zusammengetragen. Christoph und Züsi Schnyder danken herzlich.
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Ingrid Minder, die für den Arbeitskreis verantwortlich zeichnet, notiert: «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Verkauf, Backwaren und Kränze sind alle weg, letztere noch nach dem Gottesdienst. Insgesamt haben wir ca. Fr. 4‘500.- eingenommen. Die verbleibenden Strick- und Häkelwaren sowie die genähten Stoffsachen kommen alle nach Rumänien, und wir beginnen im Januar wieder von Neuem.» Dieser Betrag kommt nun mehreren Institutionen in der allernächsten Umgebung zu gute und hilft mit, dass Weihnachtsfreude weitergegeben wird.
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«Sozusagen»: oder der Umgang mit ungewohnt gewordenen Texten
Am Sonntagvormittag war die Kirche Muri voll. Ella de Groot hat den Gottesdienst unter dem Titel «Ich steh an deiner Krippe, sozusagen» ausgeschrieben. Sie notiert dazu: «Es ist wieder Advent, Weihnachten steht vor der Tür. Es ist die Zeit der altbekannten Lieder. Doch viele dieser Lieder stehen in einer allzu grossen Spannung zu unserer Gegenwartskultur. Denn ihre Sprache ist in das traditionelle Weltbild eingebunden. ‹Warum singt ihr diese Lieder noch?›, fragen Kirchenferne immer wieder, ‹ihr glaubt ja selber nicht, was ihr singt›. Muss ich glauben, was ich singe?» (Predigt zum Nachlesen).

Konzert 30.11.2014 <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>300</div><div class='bid' style='display:none;'>1990</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>


«Mit Pauken und Trompeten»
Am Samstag und Sonntag war die Kirche Gümligen von den Musikerinnen und Musikern mit Pauken-, Trompeten-, Streicher-Klängen erfüllt. Solistinnen und Solisten und die gut 50 Chorsängerinnen und -sänger haben unter Leitung von Ewald Lucas das Publikum begeistert. Alle gingen voller Engagement mit. Das hat sich auch auf das Publikum übertragen. Die Werkauswahl und die Reihenfolge waren für Chor wie Publikum gut gewählt. Den Auftakt bildete das «Magnificat» in C von Johann Kuhnau (1660–1722). Er ist der wenig bekannte Vorgänger von J.S. Bach als Thomaskantor in Leipizig. Chor und Solisten sangen die klar gegliederten Teile gleichsam einander zu, was an das Psalmodieren in klösterlichen Gemeinschaften erinnerte. Als mittleres Stück hat Ewald Lucas, der seit 2012 in Muri-Gümligen wirkende Chorleiter, die Solo-Kantate «Jauchzet Gott in allen Landen» (BWV 51) von Johann Sebastian Bach für Solosopran und Orchester gewählt. Rebekka Maeder begeisterte gemeinsam mit André Schüpbach (Trompete) das Publikum. Im «Dettinger Te Deum» (HWV 283) von Georg Friedrich Händel konnte Ewald Lucas das mit- und ineinander Musizieren der vier Solisten (Rebekka Maeder, Sopran; Astrid Pfarrer, Alt; Nino Aurelio Gmünder, Tenor und Martin Weidman, Bass) in allen Klangfarben von Trompeten, Pauken, Kirchenchor Muri-Gümligen und der Camerata Mobile mit ihrem Konzertmeister Michael Keller, zum festlichen Gotteslob («Te Deum laudamus») verweben. Dass am Sonntag das Konzert nicht ganz ausverkauft war, liess den Gesamtklang sich besser entfalten. Die strahlenden Gesichter der Musizierenden wie der Zuhörenden lassen einen gespannt sein auf die nächsten Projekte.

Christoph Knoch

Fotos: Christoph Knoch