Klangfenster «Irland in Gümligen» - Drei begeisternde Tage in der Kirche Gümligen

Klangfenster-Gottesdienst<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>469</div><div class='bid' style='display:none;'>5778</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Die Kirchgemeinde Muri-Gümligen hat dank der Initiative und Beharrlichkeit von Philippe Stalder am vergangenen Wochenende das Klangfenster «Irland in Gümligen» geöffnet. Die in Bern lebende irische Musikerin Shirley Grimes, ihre Musikgruppe, ein ad hoc-Chor und Peter Leu gestalteten das Programm. Zwei Abende und der Sonntagmorgen mit dem besonderen Gottesdienst wurden zu einem musikalisch-besinnlichen Weg zwischen Geschichte und brennender Aktualität.
Am Anfang stand die Anfrage von Philippe Stalder an Shirley Grimes, ob sie sich vorstellen könne, mit einem Chor irische Songs einzuüben, um dann im Januar 2017 ein «Klangfenster» in Richtung Irland zu öffnen. «Ich hatte schlaflose Nächte und viele Skrupel, ob ich das schaffen würde», gab die in Bern lebende Musikerin zu Beginn des Konzerts am Freitagabend unumwunden zu. «Ich habe wegen Philippe die Herausforderung angenommen.» Die allererste Probe mit dem knapp 50köpfigen ad hoc-Chor in der Kirche Muri habe aber schon gezeigt, dass da lauter begeisterte und engagierte Menschen mit dabei seien.

Konzert am Freitag (mit Bildern)
Der intensive Probenaufwand hat sich mehr als gelohnt. Vor einer (über)vollen Kirche sangen Chor und Solistin am Freitagabend begleitet von der Musikgruppe mit Samuel Baur, Perkussion, Stefanie Aeschlimann, Violine und Viola und Wolfgang Zwiauer, der neben dem Mandocello auch die Bassgitarre gespielt hat. Philippe Stalder ist es gelungen, einen Gesamtklang in die Kirche zu bringen, der Sprachverständlichkeit und Transparenz der Instrumente zusammengebracht hat. Unvergesslich bleibt allen die Gebärdendolmetscherin Tanja Joseph, die Konzert und Gottesdienst übersetzt hat.

Irischer Pub-Abend am Samstag
Am Samstagabend hat sich die Kirche in einen irischen Pub verwandelt. Der Muriger Schauspieler und Regisseur Peter Leu trug irische Geschichten in berndeutscher Übersetzung vor. Böse Feen und traurige Erlebnisse, bittere Hungersnot und Kartoffelfäule, ausbeuterische Kolonialherren und doch immer wieder Liebende waren das Thema. Shirley Grimes sang dazwischen Lieder aus ihrem umfassenden Repertoire irischer Musik. Bei einzelnen Stücken konnten die im Publikum anwesenden Chorsängerinnen und -sänger mit einstimmen. Mit grossem Einsatz wurde in der Nacht der Pub wieder zum Kirchenraum, denn am Sonntagmorgen war Gottesdienst angesagt.

«Musik ist uns wichtig» (mit Bildern und Tönen)
Philippe Stalder dankte dem Kirchgemeinderat, der mit der Bewilligung des Budgets gezeigt habe, dass er den Leitsatz «Musik ist uns wichtig» (www.rkmg.ch/musik-leitsatz) wirklich beherzige. «Ohne die Unterstützung durch sehr viele wäre dieses Projekt nie zustande gekommen», meinte der Musiker-Pfarrer und erwähnte das Sigristenteam, die bisherige Musik-Kommission, das Pfarrkollegium und unzählige Freiwillige. Die berührende und bewegende Stimmung war bei allen Anlässen spürbar – dass während des Sonntagsgottesdienstes ohne einen Hinweis ans Publikum erst beim Dank am Ende applaudiert wurde, hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus Musik und den von Ella de Groot, Manuel Perucchi und Philippe Stalder gestalteten Predigtteilen eine wirkliche Einheit werden konnte. «Die Iren sind vor über 150 Jahren der grausamen Hungersnot übers Meer nach Amerika entflohen. Viele kamen um. Kommen uns diese Geschichten nicht irgendwie bekannt vor?» «Wir sind gefordert, dass wir uns heute nicht gleich verhalten wie die ausbeuterische Oberschicht in Irland um 1850.» Höchst aktuell. «Ich war skeptisch, ob es gelingen kann, die doch sehr weltlichen Liedtexte mit der biblischen Tradition in Beziehung zu setzen. Das ist hervorragend gelungen», meinte eine der Chor-Sängerinnen. «Könnt ihr das nicht jeden Monat einmal machen», fragte eine Gottesdienstbesucherin und andere meinten, jetzt wollen sie auch wieder einmal «zPredig cho». Vielfalt in Musik und Gottesdienstgestaltung sind Kirchgemeinde und Pfarrkollegium wichtig. Die Tradition der «Klangfenster» wird weitergehen (www.rkmg.ch/klangfenster). Darin sind sich alle einig. Ein Rückblick findet sich unter www.rkmg.ch/irland.
ck/rkmg