«Für ein gutes Lebensende… » Palliativ Care in Muri-Gümligen

Palliativ-Care - eine lebensnotwendige Form der Begleitung von Menschen durch Menschen

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Auf der Webseite der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn heisst es:
Neuer Begriff, alte Tradition Palliative Care leitet sich ab vom lateinischen pallium (Mantel) bzw. palliare (umhüllen, lindern). Der englische Begriff hat sich durchgesetzt, weil er die medizinische Behandlung, Pflege, Therapie und religiös-spirituelle Begleitung in einem Wort zusammenfasst.
Palliative Care bezieht sich auf pflegebedürftige Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Erkrankungen, deren Angehörige und sonstiges Umfeld. Schwerpunkt ist die "Vorbeugung und Linderung von Leiden durch frühzeitiges Erkennen, adäquate Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art" (WHO). (Gesamter Text)

Angebote zur Begleitung gehör(t)en seit Jahrhunderten zu den seelsorgerlichen Aufgaben von Pfarrerinnen und Pfarren, heute wird «Palliativ-Care» umfassend verstanden und als eine wichtige und umfassende Haltung im Bereich von Pflege und Medizin verstanden.

2014 wurden dazu Leitsätze zur Seelsorge im Kontext von Palliative Care formuliert.
2019 ist eine Broschüre zum Thema erschienen
Diese Haltung lässt sich erlernen und einüben.
Dazu gibt es zahlreiche Kursangebote und weitergehende Informationen:
www.palliative.ch/de/palliative-ch
https://palliativebern.ch
www.kirchenpalliativebern.ch
www.weiterbildung-palliative.ch/index.php/willkommen
palliativ-schulung.com



«Ein voller Saal voller Ideen für ein gutes Lebensende durchs Miteinander»

«Für ein gutes Lebensende… »<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>568</div><div class='bid' style='display:none;'>6066</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Rückblick (Gemeindeseiten «reformiert.»)

«Ein voller Saal voller Ideen für ein gutes Lebensende durchs Miteinander»
In der Mai-Ausgabe (2017) des reformiert. hat Stéphanie Schafer gefragt, ob es das ganze Dorf brauche, um sich auf ein gutes Leben und dessen Ende vorzubereiten.

Am 10. Mai fand eine stattliche Zahl von Älteren – und Jüngeren – aus Muri-Gümligen den Weg ins Bärtschihus. «Es geht nur gemeinsam», das hat der Abend deutlich gezeigt. Die politische Gemeinde mit den Fachstellen für Jugend und Alter, die Spitex und Leute aus der Gemeinde bleiben mit der Kirchgemeinde an der Thematik. Zu gegebener Zeit wird wieder zu Austausch und Gespräch eingeladen. Dank sorgfältiger Vorbereitung und wohltuenden musikalischen Einwürfen von Wieslaw Pipczynski, Akkordeon, sprudelten die Ideen in den Gesprächen.
Ängste, Scham und Scheu vor dem unweigerlich alle betreffenden Thema verschwanden mehr und mehr. Bis in Muri-Gümligen ein «Neigbourhood Network in Palliative Care» eingeführt sein wird, wie es beim Vorzeigeprojekt der WHO in Kerala seit Jahren funktioniert, wird noch viel Wasser die Aare hinabfliessen. Die eröffnenden Worte des zuständigen Gemeinderats Martin Häusermann machten deutlich, dass es auch für die Gemeinde Muri bei Bern ein wichtiges Thema ist.

«Die Menschen bereiten sich über Wochen auf die Geburt vor – warum nicht auch auf das Lebensende?» fragte Steffen Eychmüller. (Seine Präsentation vom 10.5.2017) Es gehe nicht um Hilfen und Palliative Care FÜR die Gemeinde, sondern MIT ihr, es sei ein partizipativer Prozess nötig, so wird das Lebensende zum ‹Gemeinschaftsprojekt›, vielleicht sogar ein aufregendes Experiment, so der in Gümligen wohnhafte Professor für Palliativ-Medizin an der Uni Bern. Beiträge aus verschiedenen Generationen (Nicole Clematide, Ella de Groot, Marieluisa Zürcher und Lee Streit) beleuchteten die Frage von verschiedenen Blickwinkeln.
«Als mein Mann in der Palliativabteilung vorbildlich betreut wurde, war EXIT kein Thema mehr», betonte Marieluisa Zürcher.
Lee Streit blickte auf viele Jahre in der Gemeinde zurück und ihre Erfahrungen nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes vor vielen Jahren. Ihr Fazit: «Nun bewirtschafte ich weiter meinen Garten, trauere beim Erleben von Werden und Vergehen denen nach, die nicht mehr da sind und freue mich immer wieder am Werden und Wachsen – an der Kraft des Lebens.»

Alle waren sich einig, wie wichtig nächste Schritte zur vertieften Vernetzung der bei Betreuung und Pflege Beteiligten sind. Ein kleiner, aber äusserst wichtiger Schritt ist die Öffnung (von Türen und Herzen) auf andere Menschen hin. Das Argument fehlender zeitlicher Ressourcen sticht nicht. Eine neue Prioritätensetzung hin zu mehr Nachbarschaft sollte so schwer nicht sein, die «sharing economy» für Autos und Werkzeuge ist längst etabliert. Im Bärtschihus fand sich «ein voller Saal voller Ideen für ein gutes Lebensende durchs Miteinander» wie Eychmüller das Fazit des Abends in seiner Einleitung vorwegnahm. Der Wunsch nach weiteren Gesprächen und dem Aufbau eines Netzwerks ist sicher umsetzbar. Die Politik wird gefragt sein, wenn der deutlich geäusserte Wunsch nach einem Generationenhaus wieder traktandiert werden soll.

Christoph Knoch


Steffen Eychmüller: Der Arzt, der sich hinsetzt und zuhört (Der Bund, 16.9.2017)
Verena Kast nimmt auf srf2 den Artikel aus dem «Bund» auf

Rückblick

Hintergrundmaterial zu den drei Abenden im Kirchgemeindehaus, Thunstrasse 98, Muri und ein Kamingespräch im Thoracherhus, Kranichweg 10, Muri.
«Für ein gutes Lebensende… »
10.05.2017
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