100 Jahre Völkermord an Armeniern: «Erinnern – nicht Vergessen»

Am 24. April sind es hundert Jahre seit dem Beginn der systematischen Vertreibung und Ermordung von armenischen und syrischen Christen in der Türkei. In Bern, Muri und vielen anderen Orten wird während des ganzen Jahres dieses Völkermords gedacht. Bedrückend ist, dass heute erneut im Nahen Osten Minderheiten vertrieben und wegen ihres Glaubens umgebracht werden. Im Gottesdienst am 26. April, 10 Uhr, wird in Muri mit Wort, Musik und Gebet daran erinnert.
The memorial service was moving and impressing. A choir from Armenia and a choir from Berne performed the Missa «de LUMINE» of David Haladjian.
Some Pictures of the celebration in Berne.


April 2008 visit to the only Armenian village in Turkey still existing; Vakifli/Vaköfli near Musa Dagh (Mount Moses). Besuch im einzigen noch existierenden armenischen Dorf am Fuss des Musa Dagh (Moseberg)Bilder/pictures.

Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, schreibt dazu: «Diese unbeschreibliche menschliche Tragödie, die wir Armenier «Aghed» nennen, hat nicht nur mindestens 1,5 Millionen Opfer gefordert, sondern auch die gesamte westarmenische Kultur mit tausenden Kirchen, Klöstern und Schulen zerstört. Überlebende wurden oft zwangsislamisiert oder weltweit zerstreut, unzählige Kinder wurden zu Waisen. Die Wunde, die dieser Völkermord hinterlassen hat, schmerzt und blutet auch nach hundert Jahren noch, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Nachkommen der Täter diese historische Tatsache nach wie vor verleugnen. 2015 gedenken wir ein weiteres Mal der Opfer des Völkermordes an den Armeniern und tun dies in ökumenischer Gemeinschaft. Wir danken unseren Geschwistern anderer Konfessionen für die entgegengebrachte Solidarität … »

085-15-04 reformiert Armenier_a<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>329</div><div class='bid' style='display:none;'>2451</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Tonaufnahme des Gottesdienstes vom 26. April in der Kirche Muri

Manuschak Karnusian berichtete vom Überleben ihrer Grosseltern Karnusian-Gostanian: «Lucy Gostanian … war fünfzehnjährig, als vor ihren Augen die gesamte Verwandtschaft, eine 33köpfige Sippe, ermordet wurde.» Talita Karnusian, Micha Hornung und Andras Taubert haben armenische Melodien gespielt.
Christoph Knoch hat in Predigt und Liturgie der Opfer heutiger Verfolgung und der Flüchtlinge im Mittelmeer gedacht.

Glockengeläut am Freitag, 24. April, 19 Uhr
Die armenische Kirche bittet alle Konfessionen und Kirchen darum, am Freitag, 24. April, 19 Uhr, mit einem Glockengeläut an den Beginn der Katastrophe im Jahr 1915 zu erinnern. Die Kirchgemeinde Muri-Gümligen, Kirchen in der Stadt und an anderen Orten werden sich im Kanton Bern an diesem symbolischen Akt beteiligen. Im Berner Münster findet am 24. April um 19.15 Uhr ein Gedenkkonzert statt.

In den Lokalnachrichten in den Tageszeitungen wird auf dieses Glockenläuten hingewiesen. Dieses Glockenläuten wurde mit Heidi Gebauer und Theres Funk (Präsidentin+Vizepräsidentin des Kirchgemeinderates) und dem Pfarrkollegium in Anlehnung an die Bitte der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen in Schweiz vereinbart.

Christoph Knoch

Mehr zum Völkermord auf der Webseite von srf

Hintergrundinformationen zum Völkermord

Dossier der NZZ

Der deutsche Bundespräsident Gauck spricht von Völkermord «Spiegel» 23.4.2015. Text seiner Rede.

Heftige Reaktion der Türkei
Autor: Christoph Knoch     Bereitgestellt: 21.04.2015    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch