Jom Kippur und Id al-adha: Jüdisches und muslimisches Fest am gleichen Datum.

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Opferung Isaaks in Vezelay (Foto: Christoph Knoch)
Äusserst selten fallen die beiden wichtigen Feiertage von Muslimen und Juden auf das gleiche Datum. Am 4. Oktober 2014 werden das fröhliche Opferfest (Id al-adha) am gleichen Tag gefeiert wie der Versöhnungs- und Fasttag Jom Kippur.
Id al Adcha und Jom Kippur am selben Tag stellt Probleme

Äusserst selten treffen der erste Tag des islamischen Opferfestes, eines der beiden wichtigsten Feste im Islam, Id al Adcha, auf denselben Tag, an dem Jüdinnen und Juden ihren höchsten Feiertag, Jom Kippur, den Versöhnungstag begehen. Dies könnte ein schönes Zeichen für die Verbundenheit der beiden Religionen sein, die israelische Polizei sieht das anders. In den Städten mit gemischter Bevölkerung besteht für die Polizei höchste Alarmstufe.

Tatsächlich haben beide Feste etwas gemeinsam.
Id al Adcha ist ein Freudenfest, zur Erinnerung an die Opferung, bzw. Nicht-Opferung des Sohnes Abrahams. Für die frühen islamischen Ausleger war nicht klar, ob Isaak oder Ismael gemeint ist, aber später wurde nur noch an Ismael gedacht.
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Opferung Isaaks in Vezelay (Foto: ck)

An Jom Kippur wird ebenfalls der (Nicht-)Opferung Isaaks gedacht. Die "Akedat Jitzhak", die Bindung Isaaks, ist ein zentraler Text für den Tag. Das Widderhorn, das Schofar, das an diesem Tag in den Synagogen geblasen wird, erinnert an den Widder, der an Stelle Isaaks geopfert wurde.

Der Jom Kippur ist ein ernster Bußtag, an dem 25 Stunden gefastet wird, es ruht jeder Verkehr, die Strassen sind frei für Fußgänger und Fahrradfahrende Jugendliche. Radio und Fernsehen bleiben stumm. Der Flugverkehr ruht. Nichts, 25 Stunden lang. Die meisten Israelis fasten und gehen in die Synagoge, auch wenn sie das das übrige Jahr keine religiösen Traditionen praktizieren. Was kann man auch schon anderes machen an einem solchen Tag und Tradition ist Tradition.

In der Vergangenheit kam es zu ernsthaften Zwischenfällen, bei denen Araber von jüdischen Jugendlichen mit Steinen beworfen wurden, wenn sie mit ihrem Auto durch jüdische Wohngebiete fuhren. Ein schwerer Zwischenfalle ereignete sich in Akko vor ein paar Jahren. In Akko haben nun der Oberrabbiner Josef Jashar und sein moslemischer Kolege, Scheikh Samir Aasi, einen gemeinsamen Aufruf veröffentlicht, in dem sie alle Bewohner der Stadt bitten, die jeweils anderen religiösen Gebräuche ihrer Nachbarn respektieren. Per Flugzettel wurde dieser Aufruf unter das Volk gebracht.

Ein weiterer befürchteter Unruheherd ist Jersualem. Es werden 40.000 Moslems auf dem Tempelplatz erwartet, auf dem nach jüdischer, nicht nach späterer islamischer Vorstellung, Isaak geopfert wurde. Oben werden die Moslems beten, unten an der Westmauer die Juden. Die Polizei versucht nun, die jeweiligen Besucherströme so voneinander zu trennen, dass sie sich nicht begegnen und nicht stören.

Die jüdische Organisation Abrahams Stiftung, die sich für eine Aussöhnung zwischen Juden und Moslems seit Jahren einsetzt, hat ebenfalls einen Aufruf erlassen. Amnon Beeri-Sulitzeanu, Co-Direktor der Organisation, sagte: "Unsere Hauptsorge ist, dass Juden, die fasten, versehentlich denken, die Id al Adcha feiernden Araber wollen uns provizieren." Deswegen sei vor allem Aufklärung nötig.




Dr. Michael Krupp
Ein Karem A 28
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