60 Jahre Kirche Gümligen: Jubiläum am 14. September

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D700_108116b_16x9 (Foto: Christoph Knoch)
Sonntag mit Gümliger Glasfenstern und Glocken. Glückliche Umstände haben 1954 dazu geführt, dass in der Gümliger Kirche bis heute sehenswerte Glasfenster eingebaut werden konnten.
Christoph Knoch
Glocken, Bilder und Erinnerungen
Am Sonntag wurde in der Kirche Gümligen an den zu Unrecht vergessenen Berner Glasmaler und Künstler Max von Mühlenen erinnert. Dank guter Publizität waren aus der ganzen Region zahlreiche Freunde seiner Kunst zusammengekommen. Schliesslich wurden die fünf Gümliger Glocken während einer halben Stunde zu Konzertinstrumenten.

Für einmal erklangen die fünf Gümliger Glockentöne zu Beginn des Gottesdienstes im Kirchenraum. Sylvia Stampfli und Eric Nünlist zogen mit Pfarrer Knoch unter diesen Glockenklängen ein. Berührend nah erfüllte der Glockenklang der «Handbells» den Kirchenraum. In der Predigt wies Knoch darauf hin, dass von Mühlenen bei seiner Interpretation von «Glaube – Liebe - Hoffnung» aus dem 13. Kapitel des Korintherbriefs wohl ganz bewusst den Bogen zum Weihnachtsfenster gespannt hat. Die Engelsgestalt «Liebe» blickt Besucherinnen und Besuchern der Kirche direkt in die Augen – wie das Jesuskind auf der Ostseite der Kirche. In der kleinen Ausstellung, die während der nächsten beiden Wochen tagsüber noch zu sehen ist, sind neben etlichen Zeichnungen zwei Bleistift-Entwürfe zum Chorfenster aus einem Skizzenbuch des Künstlers zu sehen.

Grussworte «Kirche macht Sinn»
Heidi Gebauer, Präsidentin des Kirchgemeinderates, und Thomas Hanke, Gemeindepräsident von Muri bei Bern, nahmen Bezug zum «Marsch der Kirchen» am 8. September. «Kirche macht Sinn» war für beide unbestritten. Die Präsenz der Kirche in einer säkularen Gemeinschaft sei in vielen Bereichen nötig und wichtig. Zeichen dafür sei auch dieser Anlass in der Gümliger Kirche.

Max von Mühlenen – zu Unrecht vergessen
Henriette Mentha ordnete den 1903 in Bern geborenen und hier 1971 verstorbenen Künstler ein in die europäische und schweizerische Kunstgeschichte. Paris und Picasso waren ebenso prägend wie die von ihm 1931 gegründete Gruppe «Der Schritt weiter». Während der Kriegszeit war kein Austausch über die Grenzen hinaus mehr möglich, dafür blühte der Austausch mit einer Reihe in der Schweiz lebender Künstlerinnen und Künstler. Die von ihm und seiner Frau gegründete Mal-Schule wirkt bis heute in zahlreichen Schülerinnen und Schülern nach. Ab 1950 folgten etliche Ausstellungen in Bern, der Schweiz und weltweit. Etliche Glasfenster (Kirchen Gümligen und Bolligen, Bremgartenfriedhof, katholische Inselkapelle) sind stumme Zeugen seines Schaffens, das immer mehr abstrakt wurde.

Erinnerungen
Pfarrer Knoch hat aus Interviews, die er zwischen 2002 und 2004 mit Beteiligten und Augenzeugen des Kirchenbaus geführt hat, im Blick auf die Auseinandersetzungen um die Beschaffung der Glasfenster neu geschnitten. Einzig Peter Stein, Schüler und Weggefährte von Mühlenens, der ebenfalls im Film zu Wort gekommen ist, konnte am Fest in der Kirche noch teilnehmen. Erstmals ist eines seiner Werke, die in der Sakristei in Muri hängen, öffentlich ausgestellt. Unter www.rkmg.ch/gue2014 ist dieser Film zugänglich.

Glockenklang
Zum dritten Mal nach 2004 und 2008 hat Eric Nünlist die fünf Glocken auf dem Turm zum Glockenspiel umgebaut. Die pentatonische Stimmung der Glocken schränke die Liedauswahl zwar ein, aber einige markante und weltbekannte Melodien seien darin verborgen: «Viele viele bunte Smarties» zum Beispiel. «Jedes Kind versteht solche Melodien, denn mit fünf Tönen melden sie sich ganz natürlich zu Wort. » so der Organist und Glocken-Musiker. Die zahlreich zuhörenden Gäste waren fasziniert und begeistert. Sie hören sicher anders hin wenn nun die Glocken wieder ganz gewöhnlich von Läutwerk und Motor zum Klingen und Schwingen gebracht werden. ck/rkmg


Foto (ck): Grusswort des Gemeindepräsidenten Thomas Hanke in der Kirche Gümligen. Die Handbells im Vordergrund erklangen im Gottesdienst. Die Farbfenster sind bleibender Schmuck der Kirche, während die Ausstellung im hinteren Teil der Kirche am 27. September wieder abgehängt wird.

Bild: Zufällig wurden in einer vergessenen Kartonschachtel mit Skizzen und Zeichnungen von einer Grossnichte des Künstlers Max von Mühlenen auch Entwürfe für die Gümliger Kirchenfenster entdeckt. Einige sind ab Sonntag in der Kirche zu sehen.

Sonntag in Gümligen
Im Gottesdienst steht das Südfenster zu 1. Korinther 13, 13 im Zentrum. Als Zeichen der Verbundenheit mit der ebenfalls 1954 eingeweihten Kirche Bruder Klaus am Burgernziel wird ein Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises mitwirken. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst durch Eric Nünlist, Orgel, und Silvia Stampfli, Handbells.
60 Jahre Kirche Gümligen
Am 14. September 2014 wurde das 60-Jahr-Jubiläum der Kirche Gümligen gefeiert. Gottesdienst, Ansprachen, Glockenkonzert.
14.09.2014
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