Gaza und Israel

Munib Younan <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>101</div><div class='bid' style='display:none;'>1609</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Munib Younan (Foto: Christoph Knoch)
Munib Younan, der lutherische Bischof in Jerusalem wendet sich an alle Kirchen. Neve Shalom/Wahat al-Salam versucht als jüdisch-christlich-muslimisch-palästinensisch-israelische Gemeinschaftssiedlung trotz allem gemeinsam weiter zu gehen.
Viele haben zu einem Ende der Kampfhandlungen in und um Gaza aufgerufen. Das Blutvergiessen ist schrecklich.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund ist bestürzt über die Eskalation der Gewalt in Gaza und möchte deshalb den Hilferuf der Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land ELCJHL weiterleiten. Der Bischof der ELCJHL, Munib Younan, bittet "alle Menschen guten Willens, in die gegenwärtige untragbare Situation von Gewalt und Blutvergießen einzugreifen." Younan, gleichzeitig Präsident des Lutherischen Weltbundes, schreibt: „Ihr Eingreifen und Handeln schafft Hoffnung in einer hoffnungslosen Situation. Wenn es uns nicht gelingt, Schritte in Richtung Frieden zu unternehmen, werden wir in der Geiselhaft des Extremismus verharren müssen. Lassen Sie uns in diesem Moment nicht alleine.“ Der Kirchenbund lädt die Kirchen ein, für den Frieden in der Region zu beten.

Der Aufruf von Munib Younan, Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, ist auf der Webseite des Kirchenbundes zu lesen.

Evi Guggenheim Shbeta schreibt aus Neve Shalom/Wahat al-Salam:
Liebe Freunde und Freundinnen,
Zuerst möchte ich mich bei jedem einzelnen von Euch persönlich bedanken. Die zahlreichen unterstützenden und mitfühlenden Reaktionen, die wir von Euch auf unsere beiden Briefe bekommen haben sind Balsam für uns und enorm wichtig. Sie helfen uns in dieser so schmerzhaften Situation. Es ist schwierig Worte zu finden.
"Wir treffen uns heute um uns gegenseitig unsere Gefühle in dieser schwierigen Zeit mitzuteilen. Dass Juden und Palästinenser zusammen kommen um sich in dieser Kriegssituation gegenseitig mitzuteilen ist an sich ein kleines Wunder...." So eröffnete Michal , die jüdische Animatorin aus unserem Dorf die Zusammenkunft die sie und Eyas der palästinensische Gruppenleiter vor zehn Tagen initiiert hatten.
Das Gespräch war sehr schmerzhaft. Gefühle der Ohnmacht, Angst, Wut und Trauer, wurden ausgedrückt. Wir gingen auseinander ohne dass jegliche Polemik unseren Austausch gestört hätte. Wirklich ein kleines Wunder in dieser Zeit dieses brutalen Krieges.

Es ist im Moment sehr schwierig öffentlich eine Position für den Frieden einzuhalten. Der Druck auch in Diskussionen "an die Front zu gehen" ist riesig. Wenn man sich für Dialog, Frieden und Verständigung einsetzt wird man von der Rechten als Verräter traktiert.
An unserem Dorfeingang steht ein Schild mit der Aufschrift: "Juden und Araber weigern sich Feinde zu sein". Die Kinder unseres Dorfes haben dies zusammen kreirt.

Gestern Abend hatten wir ein zweites Gespräch. Diesmal war das Thema:
was können wir tun. Wir sind daran in Aktion zu gehen, denn Hilflosigkeit ist ein Luxus den wir uns Friedenskämpfer nicht leisten können.
Ich werde Euch berichten welche Aktionen wir unternehmen werden.

Danke vielmals für Eure Unterstützung.
Shalom Salam
Evi.