Diapason d’Or und Corellisierender Dezember

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Les Passions (Foto: Christoph Knoch)
Les Passions de l’Ames CD «SPICY» erhält begehrte Auszeichnung, das Orchester lädt zum Konzert (7.12.13) in die Kirche Muri



Veranstaltungen:
06.12.2013, 10:00 Uhr öffentliche Probe für Schulklassen im ZPK
06.12.2013, 19:30 Uhr Konzert im Zentrum Paul Klee (ZPK)
Samstag, 7.12.2013, 19.30 Uhr: Konzert in der Kirche Muri


Zwei Monate nach dem internationalen Release ihrer Debut-CD «SPICY» erhält das Berner Orchester für Alte Musik «Les Passions de l’Ame» für sein Erstlingswerk den Diapason d’Or, die höchste Kritiker-Auszeichnung des französischen Fachmagazins Diapason. Gelobt werden die Interpretation der Werke, die klangliche Wärme und die breite Farbpalette sowie die kollektiven grossen Melodiebögen. Das junge Berner Orchester schafft es damit unter die wenigen Schweizer Ensembles, die diese Auszeichnung bereits erhalten haben, und positioniert sich zunehmend international als herausragender Klangkörper.
Die nächste Möglichkeit das Ensemble zu hören gibt es Anfang Dezember in der Kirche Muri. „Corellisierender Dezember“ nennt die Künstlerische Leiterin, Meret Lüthi, die von Concerti grossi geprägte Aufführung ihres Orchesters und bezieht sich damit auf eine Aussage Telemanns, der 1735 Sonaten im Corelli-Stil als «corellisierend» bezeichnet hat. Die Zunge muss akrobatische Übungen machen, um den ausgefallenen Titel aussprechen zu können. Dass das Programm aber nicht nur sprachlich, sondern auch musikalisch höchste Fertigkeiten voraussetzt, lässt ein Blick auf das Programm vermuten.

Im Zentrum des Konzerts steht Arcangelo Corelli, der viel gefeierte italienische Komponist, dessen 300. Todestag Anlass für eine Hommage ist. Eine Hommage nicht nur an ihn, sondern auch an das Concerto grosso, die instrumentale Form des „Wettstreitens“, die ohne Corelli wohl nicht zu dieser Blüte gekommen wäre. Corelli entwickelte einen Besetzungs- und Formenreichtum und prägnante Themen, die später Vorbild für viele seiner Nachfolger wurden. Und so verwundert es nicht, dass sein Schüler und Kollege Francesco Xaviero Geminiani dessen 12 Violinsonaten zu Concerti grossi umarbeitet und Georg Muffat sich als „erster Corellist“ empfand. Dabei gab es unter der Leitung von Corelli Aufführungen mit bis zu 150 Musikern wie beispielsweise 1687 anlässlich einer Akademie der ehemaligen Konigin von Schweden Christine in Rom. Über so viele Mitglieder verfügt Les Passions de l’Ame zwar nicht, doch die Wirkung zwischen Solo und Ripieno (Tutti) wird auch in einer kleineren Besetzung deutlich und „verzuckt sicherlich das Gehör in ein absonderliche Verwunderung“, um bei den Worten Muffats zu bleiben. An Leidenschaft, Kreativität und musikalischem Verve fehlt es den Musikerinnen und Musikern des Berner Orchesters für Alte Musik sicher nicht.

Biographie Meret Lüthi
Meret Lüthi, Künstlerische Leiterin und Konzertmeisterin
Die gebürtige Bernerin Meret Lüthi leitet als Konzertmeisterin das von ihr im Jahr 2008 mitbegründete Orchester für Alte Musik „Les Passions de l’Ame“; zudem war sie, in derselben Position, dem belgischen Ensemble „B’Rock“ verbunden und spielt als Gast im Freiburger Barockorchester. Sie unterrichtete als Dozentin an der an der Hochschule der Künste Bern und an der Musikhochschule in Antwerpen. Sie wirkte bei CD- und Opernproduktionen sowie Konzerttourneen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen u. a. unter René Jacobs, Ivor Bolton, Adam Fischer und Gary Cooper mit. Intensiv widmet sie sich auch der Kammermusik: Mit verschiedenen Programmen präsentierte sie sich beim Festival «Young Artists in Concert» in Davos. Im Sommer 2010 gab Meret Lüthi ihr Debüt am Lucerne Festival.
Sie absolvierte ihre Violinausbildung an der Hochschule der Künste ihrer Heimatstadt bei Monika Urbaniak-Lisik und Eva Zurbrügg und erlangte Lehr- und Konzertdiplom mit Auszeichnung. Parallel dazu studierte sie als Mitglied des Amaryllis-Quartetts bei Walter Levin; mit einem Aufbaustudium in der Klasse von Anton Steck an der Staatlichen Musikhochschule Trossingen spezialisierte sie sich auf das Spiel der Barockvioline. Ausserdem nahm sie an Meisterkursen von Igor Ozim, Christian Altenburger, Thomas Brandis, Ingolf Turban und Gerhard Schulz teil. Meret Lüthi war Stipendiatin der Kiefer Halblitzel Stiftung und des Kiwanis Clubs Bern; 2007 ging sie als Preisträgerin aus dem Deutschen Hochschulwettbewerb für Alte Musik hervor.
Als gefragte Spezialistin für Alte Musik arbeitet Meret Lüthi als Orchestercoach und ist regelmässig bei Radio SRF 2 Kultur als Fachexpertin zu Gast.

Biographie Les Passions de l’Ame
Seit 2008 sorgt Les Passions de l’Ame, Berns Orchester für Alte Musik, unter der künstlerischen Leitung der Geigerin Meret Lüthi für frisches Hinhören. Lebendige Interpretation auf historischem Instrumentarium sind das Markenzeichen des internationalen Orchesters mit Sitz in Bern, das «frischen Wind in den mitunter spröden Klassikbetrieb bringt» (Berner Zeitung 2010).
Höhepunkte feierte Les Passions de l’Ame bei der Bach Academy Brugge (2013), an den Berliner Tagen Alter Musik (2012), zusammen mit der Sopranistin Simone Kermes am RheinfallFestival Schaffhausen (2012) und mit der Sopranistin Carolyn Sampson beim Eröffnungskonzert des «Musikfestival Bern» (2011). Les Passions de l’Ame war ausserdem 2011 beim traditionsreichen belgischen Festival für Alte Musik «MAfestival Brugge» und beim Festival «Bach en Combrailles» in Frankreich zu Gast.
Die Musiker von Les Passions de l’Ame sind international tätige Spezialisten für Alte Musik und arbeiten sowohl als Solisten, als Kammermusiker, als Orchestermusiker, wie auch als Dozenten für Institutionen, wie das Freiburger Barockorchester, das Belgian Baroque Orchestra Ghent B'Rock, das Konservatorium Antwerpen oder die Hochschule der Künste Bern.
Mit spritzigen Programmkreationen wie «Passion Attacks», «Die Sieben Todsünden» oder «PASTAcaglia» weckt das „Barockensemble der Spitzenklasse“ (Schaffhauser Nachrichten 2012) in seiner eigenen erfolgreichen Berner Konzertreihe „Alte Musik? – Ganz neu!“ die Neugierde auf unbekanntes und bekanntes Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts.
Der Name des Orchesters verweist auf einen Aufsatz von René Descartes aus dem Jahre 1649. Darin spricht der Philosoph von der Leidenschaft, die zwischen Körper und Seele vermittelt. Genau in dieser Vermittlerfunktion sieht das Ensemble auch die Musik und macht im Konzert „les passions“ zum unmittelbaren Erlebnis.

Das Schweizer Radio SRF 2 Kultur überträgt regelmäßig die Konzerte von Les Passions de l’Ame. Im September 2013 erschien bei SONY Switzerland die Debut-CD „SPICY“ des Orchesters, die mit dem Diapason d’Or ausgezeichnet wurde.
www.lespassions.ch