GEDANKEN ZUM TOTEN- ODER EWIGKEITSSONNTAG 2013

13-11 Grabstein Schosshaldenfriedhof <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>128</div><div class='bid' style='display:none;'>1150</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
13-11 Grabstein Schosshaldenfriedhof (Foto: Christoph Knoch)
Die reformierte Kirche feiert am letzten Sonntag im Kirchenjahr den Toten- oder Ewigkeitssonntag. Es ist der Sonntag vor dem 1. Advent. Bevor die lichtvolle Advents- und Weihnachtszeit beginnt, setzten wir uns der Dunkelheit der kurzen Tage und der Vergänglichkeit der herbstlichen Natur aus, lassen wir Trauer zu, gedenken wir derer, die wir haben gehen lassen müssen. Totensonntag.
Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang.
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich den todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr -
und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: Den eigenen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben.


Mascha Kaléko 1907-1975

«Doch mit dem Tod der andern muss man leben». Dieser letzte Satz des Gedichts sagt ein Doppeltes aus, je nach Betonung. Betonen wir das «muss», so wird spürbar, dass das Weiterleben nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen eine grosse Last sein kann. Betonen wir das Wort «leben», so drücken wir aus, dass das eigene Leben weitergeht, es eröffnet die Perspektive auf eine Zukunft, die trotz allem Lebenswertes bereit hält.

An der Gedenkfeier für die Verstorbenen in der Kirche Gümligen zünden wir Kerzen an. Wir versuchen, ins Dunkel der Trauer Lichter zu setzen, Lichter, die dann in die Advents- und Weihnachtszeit hinüber leuchten. An Weihnachten wird Jesus in Not und Trauer hinein geboren, doch angekündigt wird dieses Ereignis durch den hellen Stern am Himmel und den Glanz der himmlischen Engelscharen.

Drum steht der Himmel Lichter voll, dass man zum Leben sehen soll (RG 557)

Wenn wir uns dem Hellen und Lichten öffnen, erhalten wir neue Kraft zum Leben und tut sich uns ein Blick auf in das, was - hoffentlich- ewig hält und bleibt. Ewigkeitssonntag.

Susanna Bleuer

Wir laden herzlich ein - auch jene, die nicht unmittelbar von einem Abschied betroffen sind: Gottesdienst zum Ewigkeits- oder Totensonntag, Sonntag, 24. November, 17 Uhr, Kirche Gümligen.