Zweiter Tag der Vollversammlung (31.10.13)

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Schweizer Delegation in Busan, © Christoph Knoch (Foto: Christoph Knoch)
Nach der Morgenandacht folgen Bibelarbeiten, ein Plenum mit Diskussion und dann zahlreiche Arbeitsgruppen. Daneben läuft auf dem «Madang», so heisst der Innenhof eines traditionellen koreanischen Hauses, ein breites Angebot an Ausstellungen und workshops.
Gruppenbild nach dem Ländertreffen der Schweizer Delegation und Teilnehmenden an der X. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Busan/Südkorea. (Foto: Christoph Knoch, so fehlt er auf dem Bild ....)

Bilder vom zweiten Tag

Verschlafen
Der Wecker sollte um 7 Uhr klingeln - vielleicht habe ich ihn überhört? Kurz nach acht Uhr wache ich auf und stehe um 8.28 Uhr unten am Shuttle-Bus zum BEXCO-Gelände. So verpasse ich den Anfang der Morgenandacht, die heute unter anderem von meinem christkatholischen Berner Kollegen Christoph Schuler gestaltet wird. Eine schlichte Feier mit Liedern, Gebeten und Lesungen. Leider erkennen viele der Teilnehmenden das deutsch gesprochene Vater unser nicht, so beten die beiden Liturgen allein. Trotz Liturgieblatt braucht es offensichtlich auch bei Liturgiegewohnten eine kurze Aufforderung zum gemeinsamen Gebet.

Bibelarbeit und Pressekonferenz
Es folgen die Bibelarbeiten in zahlreichen Gruppen. Ich gehe so rasch als möglich zur täglichen Pressekonferenz, bei der den etwa 400 akkreditierten Journalistinnen und Journalisten die besonderen Programmpunkte des Tages erläutert werden. 130 kommen aus dem Ausland und fast 300 koreanische befassen sich mit der Vollversammlung. Korea sei das Land, in dem sich die Kirchen nicht über die Aufmerksamkeit der säkularen Medien zu beklagen brauchen. Ganz im Gegenteil, so heisst es. Trotz zahlreicher Unterarbeitsgruppen, sind doch viele der Delegierten auch bei den Bibelarbeiten dabei. Jeder Tag steht unter einem anderen biblischen Motto.

Keine Präsidentin - «nur» der Premierminister
Das Plenum heute beginnt mit dem Grusswort des Premierministers von Südkorea. Eingeladen war die Präsidentin selber - Korea ist die erste Ausnahme aller Vollversammlungen des Ökumenischen Rates, dass der Präsident oder die Präsidentin keine Zeit findet, um die Teilnehmenden selber zu grüssen. Ob die starke ÖRK-kritische Bewegung innerhalb aller protestantischen Kirchen des Landes so gewichtig war? In Porto Alegre vor sieben Jahren war der Besuch von Lula da Silva durchaus einer der Höhepunkt der Versammlung und Lula hat die Plattform gut genutzt, um seine Politik darzustellen. Der Premierminister Jung Hong-won heute hat sich auf ein reines Grusswort beschränkt.

Es folgen unter anderem Berichte zur AIDS-Problematik und zur Situation in Ägypten. Eine junge Delegierte stellt anschliessend an die Präsentation ein paar sehr wichtige Fragen, die hoffentlich nicht vergessen werden. Wie, so fragt sie, können die Kirchen heute damit umgehen, dass viele nicht mehr nur eine Identität haben? Sie selber entstammt einer Familie mit Wurzeln in zwei sehr verschiedenen Kulturen und Glaubenstraditionen. Was heisst das nun für eine Organisation wie den ÖRK und seine Mitgliedskirchen? Fragen, die auch für uns nicht länger verdrängbar sind.

Taizé ist mit dabei
Im Mittagsgebet mit Frère Alois, Frère Richard und koreanischen Brüdern erleben etliche der Teilnehmenden zum ersten Mal die Liturgie der Gemeinschaft von Taizé. Frère Alois, der Prior, betonte in einer kurzen Ansprache, wie wichtig es sei, den Weg des Vertrauens (so Frère Roger) nie aus den Augen zu verlieren und ihn zu gehen. Das könne doch auch bedeuten, dass nicht nur einmal pro Jahr in der Einheitswoche Gottesdienste der Versöhnung und des Vertrauens zwischen den Kirchen gefeiert würden, sondern dass jeden Monat ein solcher Gottesdienst in einer der beteiligten Gemeinden ins Auge gefasst werden könnte. Eine Idee, über sich das Nachdenken ganz sicher lohnt. Und wer weiss, vielleicht kann der Christliche Raum im Haus der Religionen in Bern ein solcher Ort werden?

Walter Altmann und Olav Fykse-Tveit im Gespräch mit den Medienvertretern
Beim Pressegespräch am Nachmittag mit Walter Altmann, dem Präsidenten des ÖRK und Olav Fykse-Tveit, dem Generalsekretär, wird noch einmal gefragt, wie der ÖRK den Kirchen und Christen unter Druck zur Seite stehen könne. Altmann und Fykse-Tveit betonen, dass die Gemeinschaften selber sich nicht als verfolgt, sondern als in Konflikten lebend verstehen.

Bei den Treffen nach Kontinenten hatte ich den Eindruck, dass diesmal wohl Asien den grössten Raum gebraucht hat und dann erst Europa.

Daran schliesst sich die Abendfeier nach der orthodoxen Artaklasia (=Brechen und Teilen des Brotes) an. Beeindruckend war der koreanische Chor, in dem einzelne orthodoxe Christen mitsingen (sie haben sich passend zur Liturgie bekreuzigt).

Parallel dazu fand das Treffen der Schweizer Delegation und Teilnehmenden statt - mir hat es nach dem Gottesdienst nur zum Fototermin gereicht.

Christoph Knoch, zZt in Busan / Südkorea
Busan
28.10.2013
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