Bettagsbotschaft 2013: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

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Bettag Kirche Gümligen
In der Präambel der Bundesverfassung steht: «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen». Der Synodalrat teilt die Überzeugung, dass unsere Gesellschaft künftige Herausforderungen nur bewältigen kann, wenn sie das gute Leben aller fördert.
Bettagsbotschaft des Synodalrats

Liebe Schwestern und Brüder im christlichen Glauben
In der Präambel der Bundesverfassung steht: «dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen». Der Synodalrat teilt die Überzeugung, dass unsere Gesellschaft künftige Herausforderungen nur bewältigen kann, wenn sie das gute Leben aller fördert.
Die Schweiz ist im Vergleich mit vielen Ländern noch immer eine prosperierende Insel. Dafür sind wir dankbar. Gleichzeitig sehen wir Entwicklungen, die unser Zusammenleben gefährden. Besonders bedenklich beurteilen wir die Tendenz, dass Markt und Wettbewerb unser Leben auf allen Ebenen zunehmend dominieren. Menschliche Beziehungen, das Verhältnis zur Natur und letztlich auch unsere Daseinsberechtigung als Menschen, werden den Kriterien des Marktes unterworfen. Wir sorgen uns, weil so der Wettbewerb aller gegen alle, das Prinzip der Gewinnmaximierung und die Reduzierung des Menschen auf Leistung und Konsum nicht mehr hinterfragt werden.
Die Kehrseiten dieses neoliberalen Aberglaubens wurden in den vergangenen Monaten sichtbar: Wenn Geiz geil ist, wird der Lasagne billiges Fleisch unbekannter Herkunft beigemischt.
Wenn Steuern hinterzogen oder optimiert werden, fehlen dem Staat die nötigen Ressourcen für wichtige Aufgaben. Wenn nur noch investiert wird, wo schnelle Gewinne erwartet werden, fehlt das Geld für Investitionen, die neue Arbeitsplätze schaffen und so die Zukunft aller verbessern. Wenn Menschen nur noch nach ihrer Leistungsfähigkeit beurteilt werden, wird ihre Würde antastbar.
Die Verständigung über neue Werte und Ziele, die für unsere gesellschaftliche Entwicklung bestimmend sein sollen, scheint uns deshalb dringend nötig:

Was ist uns wichtig und muss uns wichtig bleiben?
Welche Regeln braucht es, damit die Wirtschaft nicht das gesamte Leben dominiert?
Wollen wir weiterhin akzeptieren, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich auch bei uns immer stärker öffnet?
Hat der sein Leben am besten verbracht, der am meisten Kapital angehäuft hat?
Auf Grund von welchen Werten wollen wir unser Zusammenleben in der Familie, in den Gemeinden, in unserem Land und über unsere Landesgrenzen hinaus gestalten?


Gemeinsam mit allen Menschen nach tragfähigen Antworten zu suchen und am inneren Aufbau der Gesellschaft mitzuwirken, sind wir als Christinnen und Christen aufgefordert. Der Synodalrat dankt Ihnen für Ihr Engagement.

Er wünscht Ihnen dazu einen langen Atem und Gottes Segen!

Der Synodalrat