‚Kopfvoran‘ - Eintauchen in die Stadt Rotterdam, die Pfarrerin als Intermediärin.

Rotterdam <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>182</div><div class='bid' style='display:none;'>1107</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Rotterdam (Foto: Christoph Knoch)
Ella de Groot ist nun vorläufig die letzte des Pfarrkollegiums, die den Studienurlaub absolviert. Von August bis Januar 2014 geht sie den Fragen rund um die Rolle von Pfarrpersonen und Kirchen in der Hafenstadt Rotterdam nach.
Nach sechzehn Jahren Arbeit auf der ‹geschützten Insel› der reformierten Landeskirche stürze ich mich kopfvoran in meinen Studienurlaub in der multi-ethnischen Stadt Rotterdam.
Nicht nur als Pfarrerin, sondern auch als Mitglied des Care Teams des Kantons Bern arbeite ich in einer Gesellschaft von Menschen mit verschiedenen Lebensanschauungen und unterschiedlicher Nähe und Distanz zum christlichen Glauben. Wie kann sich in diesem Kontext die Kirche präsentieren? Welche Rolle kann die Pfarrerin / der Pfarrer dabei spielen?
Im ‹Kor Schippers-institut› in Rotterdam werde ich ein Wahrnehmungstraining absolvieren und mich mit den Möglichkeiten und Spannungen kirchlicher Präsenz in der Gesellschaft auseinandersetzen.
Ziel dieses ‹Trainings› ist, Einsicht zu bekommen in das Funktionieren des öffentlichen Raums verbunden mit der Frage nach meiner eigenen Rolle als Repräsentantin der Kirche. Meine Biografie, die Geschichte, die multikulturelle Gesellschaft und die Rolle von Religion und Kirche in einem demokratischen Rechtsstaat sind einige der Perspektiven aus denen die Arbeit betrachtet wird.
Ein Coach wird mich in die ‹Exposure-Methode› (Wahrnehmungsmethode) einführen und mich in den kommenden Monaten begleiten.
‹Exposure› ist ein scheinbar zielloses Herumlaufen und Beobachten dessen, was im öffentlichen Raum passiert. Was sehe ich? Was spüre ich? Was denke ich? Verbunden damit ist der zweite wichtige Begriff in diesem Training, die ‹Präsenz› als Person. Um anderen nahe sein zu können, muss ich ihre/seine Lebenswelt kennen und aus dieser Welt mitdenken können und wissen, welche Faktoren mein Da-sein, meine Präsenz als Repräsentantin der Kirche beeinträchtigen oder verhindern.
Meine tägliche Arbeit und meine eigene Biografie stehen im Zentrum des Programms. Meine Leitfragen werden sein: Wie verbessere ich meine Dienstleistung? (verstehe ich nicht, was du meinst) Wie lerne ich mich selber besser kennen? Was legitimiert meine Arbeit?
Ich bin gespannt, freue mich sehr und bin dankbar für die Möglichkeit des Studienurlaubs.

Ella de Groot