«Dreimal Weihnachten ...» (2012/13)

Weihnachten - Keramikkachel Werkstatt Karakashian <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>104</div><div class='bid' style='display:none;'>652</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Weihnachten - Keramikkachel Werkstatt Karakashian (Foto: Christoph Knoch)
In den westlichen Kirchen wird Weihnachten am Datum des römischen Lichterfestes nach dem gregorianischen Kalender am 25. Dezember gefeiert. In Jerusalem und Betlehem aber gibt es dreimal Weihnachten.
Längst vorbei ist Weihnachten. Der schöne, grosse Tannenbaum lag am 26. Dezember schon zersägt am Strassenrand bei der Kirche Gümligen. Hier in Jerusalem (und auch in Betlehem) geht es mit Weihnachten aber erst so richtig los. Die christlichen Viertel (und in Betlehem auch alle anderen) sind reichhaltig mit blinkenden Lämpchen und singenden Weihnachtsmännern geschmückt. Und der Schmuck bleibt bis zum dritten Weihnachten am 18./19. Januar. Da feiern die armenischen Christen gemäss dem alten Datum (= 6. Januar) und dem alten Kalender.

offizielle Einladung und Fahrt mit Polizei-Eskorte
Der Schneider Sami Barsoum ist Gemeindepräsident (= Muchtar) der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Jerusalem. «Come with us!» («Komm mit uns!») hat er mich eingeladen, im offiziellen Konvoi von Jerusalem nach Betlehem zu fahren. Nach einer längeren Wartezeit auf den Erzbischof geht es los. Für einmal gelten keine roten Ampeln, sondern die israelischen Polizisten eskortieren die Autokolonne durch die Stadt. Beim Kloster Mar Elias, auf halbem Weg bis Betlehem, stossen die palästinensischen Gemeindeglieder mit ihren Autos dazu (das ist nur an Weihnachten möglich!) und weiter geht es durch die weit geöffneten Tore der Checkpoints vor und nach Rahels-Grab am Stadtrand von Betlehem. Tausende Polizisten und Soldaten stehen im Einsatz. Es darf ja nichts schiefgehen. Und am Checkpoint beim Rückweg - ich konnte nachts um 22 Uhr leider nicht mehr zurück in die Geburtskirche zur kleinen syrischen Gemeinde und bin mit anderen per Taxi zurück - war für einmal ein freundlicher Gruss zu hören.

kein Platz in der Kirche für einheimische Christen
Der Rummel (ich war natürlich ein Teil, trotz offizieller Einladung) ist riesig und die orthodoxe Familie, die ich in Bet Jala besucht habe, hatte zwar Besuch vom Santa (Claus), der die Weihnachtsgeschenke für die Kinder bringt als Dienstleistung des Spielwarengeschäfts, zum Mitternachtsgottesdienst seien sie seit Jahren nicht mehr gegangen. «Wir einheimischen Christen haben keine Chance, in die Kirche zu kommen.» Schade. Aber leider Betlehemer Realität (übrigens war das auch vor 30 Jahren schon ein Show-Laufen der einheimischen Prominenz, die sich im Scheinwerferlicht der Fernsehkameras bei Bischöfen und Patriarchen zeigt.)

Christoph Knoch

Bilderreihe: «Auf dem Weg nach Betlehem»
Betlehem
30.11.2012
24 Bilder
weitere Bilder anzeigen
Fotograf/-in
Christoph Knoch, Lifegate