Adventskalender für den 19. Dezember

Krippenbauer in Betlehem <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>104</div><div class='bid' style='display:none;'>588</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Krippenbauer in Betlehem (Foto: Christoph Knoch)
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Vier Jahre Studium. «Es bleibt mir nichts - ausser Krippen machen.»
Die wichtigste Nebengasse Betlehems sollte zur Hauptstrasse werden. Zahlreiche Souvenirshops waren geplant. Die meisten sind zu. Denn die Touristen kommen nicht durch die Nebengasse. Sie werden weiterhin direkt vor der Geburtskirche auf dem grossen Platz ausgeladen. Sie bücken sich tief und betreten die Geburtskirche. Ihre Guides oder Pilgerführer erklären die Geschichte des Gebäudes und erzählen mehr oder weniger blumig die Weihnachtsgeschichte («Here it happened. Yes, for sure!») oder kritisch distanziert: «ja, damals hatte jede Familie ihre eigene Höhle unter oder neben ihrem Haus. Da wurden Lebensmittel aufbewahrt. Da wurden die Tiere über Nacht untergebracht. Da haben sich die Frauen zur Geburt zurückgezogen, denn da hatten sie ihre Ruhe und es war warm bei den Tieren.» Bei diesem Krippenbauer kommen sie nicht vorbei, denn der hat seine Werkstatt in der Nebengasse. Für fünfzig Schekel, etwa 12 Franken, habe ich mir im September eine Krippe erstanden. Wir haben nicht um den Preis gefeilscht. Das schien uns unanständig. Noch viel mehr als er uns dann erzählt hat, dass er nach einem Studium an der Hochschule von Betlehem einfach keinen Job gefunden habe. «Es bleibt mir nichts - ausser Krippen machen» meinte er resigniert. Es sieht auch kaum danach aus, dass er einen anderen Job findet. Dazu braucht es die richtigen Beziehungen und die hat er wohl nicht. Ich wünsche mir, dass der Bus einmal doch am Ende der Sternengasse seine Leute auslädt und dann viele an seiner Werkstatt vorbei kommen. Doch das bleibt ein frommer Wunsch. 20 Minuten Fussweg sind zu lang bei 2 Stunden Betlehem. Oder doch nicht? Denn viele stehen geduldig Schlange - oft eine Stunde, um hinunterzusteigen in jene Grotte: «Here it happened. Yes, for sure!»

Christoph Knoch, zur Zeit in Jerusalem