"Mein Körper gehört mir!"

&quot;Mein K&ouml;rper geh&ouml;rt mir&quot; Pr&auml;ventionsparcours von Kinderschutz Schweiz <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Gerhard&nbsp;Wyser)</span>: Was ist wohl das Wertvollste auf der Welt?<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>297</div><div class='bid' style='display:none;'>564</div><div class='usr' style='display:none;'>108</div>
"Mein Körper gehört mir" Präventionsparcours von Kinderschutz Schweiz (Foto: Gerhard Wyser): Was ist wohl das Wertvollste auf der Welt?
Das Ausstellungsprojekt zur Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder war im Schulhaus Moos vom 5. bis 9. Nov. 2012 in Gümligen zu Gast, wie schon 2008 und 2010. Die Jugendarbeitenden der Kirchgemeinde amteten wiederum als Animatorinnen und begeleiteten die Schülergruppen durch den Parcours.
Gerhard Wyser
Organisiert hat den Parcours die Fachstelle für Kinder und Jugendfragen der Gemeinde . Erarbeitet wurde der Parcours von der Stiftung Kinderschutz Schweiz.

Alle Schülerinnen und Schüler des 3. und 4. Schuljahres von Muri-Gümligen und Allmendingen haben den Parcours klassenweise durchlaufen. Er besteht aus sechs Stationen mit folgenden Themen:

1. Dein Körper gehört dir
2. Vertraue Deinen eigenen Gefühlen
3. Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen
4. Du hast das Recht, nein zu sagen, wenn Dir etwas nicht gefällt
5. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse
6. Sprich über schlechte Geheimnisse und suche Hilfe

Was bei den einzelnen Station vermittelt wird, kann im ausführlichen Artikel der Sozialen Dienste resp. der Fachstelle nachgelesen werden (siehe weiter unten).

Fotos der einzelnen Stationen


Infos zur Jugendarbeit gibt's hier

Hier nun also der Artikel, der in der LONA vom 25. Oktober erschienen ist:

«Mein Körper gehört mir!», Ausstellungsprojekt zur Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder

Gegen sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Knaben
Der Gedanke, das eigene Kind könne sexuell missbraucht werden, ist für Eltern unerträglich. Man ist versucht, diese Vorstellung wegzudrängen. Aber die Berichte über das erschreckende Ausmass der sexuellen Gewalt gegen Kinder, die wir fast täglich in den Medien hören, erinnern uns an die Notwendigkeit unsere Kinder zu schützen. Dabei gibt es wirksame Ansätze der Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern.

Was ist sexuelle Ausbeutung?
Sexuelle Ausbeutung beginnt dort, wo Erwachsene sich bewusst und absichtlich am Körper eines Kindes befriedigen oder sich von Kindern befriedigen lassen. Die Formen des sexuellen Missbrauchs sind vielfältig, doch entscheidend ist, dass das Kind in eine sexuelle Handlung hineingezogen wird, die weder seinem Alter noch seiner emotionalen Entwicklung und Bedürfnissen entspricht. Es ist nicht in der Lage, diesen sexuellen Handlungen frei zuzustimmen. Die Erwachsenen nützen ihre Macht, Körperkraft oder Autorität aus, um die Kinder zum Mitmachen zu zwingen. Zentral dabei ist die Verpflichtung zur Geheimhaltung, die meist von massiven Drohungen begleitet ist. In 50% der Fälle stammt die missbrauchende Person aus dem Familienkreis und in 25% ist die Person dem Kind bekannt und steht zu ihm in einem Vertrauensverhältnis.
(...)
Analog des Präventionsparcours stellen wir Ihnen hier die sechs wichtigsten Präventionsbotschaften ans Kind vor.

Auf welche Art können Eltern ihre Kinder stärken, damit sie sich wehren können?
1. Dein Körper gehört dir
Unterstützen Sie Ihr Kind, bei anderen Menschen Berührungen, die es nicht mag, zurückzuweisen. Ergreifen Sie Partei für Ihre Tochter oder Ihren Sohn, auch wenn Sie sich dabei den Unmut von Verwandten oder Bekannten einhandeln. Kinder haben das Recht auf Intimsphäre; sie dürfen bestimmen, wann und von wem sie angefasst werden möchten.
2. Vertraue Deinen eigenen Gefühlen
Lassen Sie Ihrem Kind seine eigene Wahrnehmung und Einschätzung seiner Gefühle. Bestärken Sie es, seinen Gefühlen zu vertrauen, auf seine innere Stimme zu hören und sich nichts einreden zu lassen. Ermutigen Sie Ihren Sohn oder ihre Tochter die eigenen Gefühle auszudrücken, auch wenn es schwierige oder komische Gefühle sind.
3.Es gibt angenehme und unangenehme Berührungen
Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass es Berührungen gibt, die sich gut anfühlen und richtig glücklich machen, aber auch solche, die seltsam sind, Angst machen oder sogar weh tun. Berührungen, die man nicht mag, darf man ablehnen. Stellen Sie klar, dass Erwachsene nicht das Recht haben, ihre Hände unter die Kleider zu stecken, Kinder an der Scheide, Penis, am Po oder an der Brust zu berühren oder von den Kindern zu verlangen, selber berührt zu werden. Verdeutlichen Sie immer wieder, dass niemand das Recht hat, ein Kind zu so etwas zu überreden oder zu zwingen; auch nicht Menschen, die es gerne hat.
4.Du hast das Recht, nein zu sagen, wenn Dir etwas nicht gefällt
Selbstverständlich dürfen und müssen Erwachsene Grenzen ziehen und können den Kindern nicht jedes Recht zubilligen. Aber das Recht, Grenzen zu setzen, gilt auch für Kinder. Überlegen Sie zusammen mit dem Kind, in welcher Situation es nicht gut ist, wenn es gehorcht und tut, was die Erwachsenen sagen. Geben Sie ihm die ausdrückliche Erlaubnis sich zu wehren, wenn jemand es so anfasst, wie es ihm nicht gefällt.
5. Es gibt gute und schlechte Geheimnisse
Erzählen Sie dem Kind, dass es gute und schlechte Geheimnisse gibt. Gute Geheimnisse machen Freude und sind spannend. Schlechte Geheimnisse dagegen machen Kummer, fühlen sich schwer und unheimlich an. Bestärken Sie Ihre Tochter oder Sohn, solche Geheimnisse zu erzählen, auch wenn es ein Erwachsener verboten hat.
6. Sprich über schlechte Geheimnisse und suche Hilfe
Selbstverständlich soll sich ein Kind mit allen Fragen und Nöten an die Mutter oder Vater wenden können. Es ist jedoch sinnvoll, wenn Kinder auch Vertrauenspersonen ausserhalb des Elternhauses haben, da sexuelle Ausbeutung oft durch Familienangehörige oder Bekannte geschieht. Besprechen Sie mit dem Kind, mit wem es sprechen könnte, wenn es ein schlechtes Geheimnis oder ein Problem hat. Es soll wissen, wo und bei wem es sich Hilfe holen kann. Bereiten Sie es darauf vor, dass auch Erwachsene Fehler machen und es vielleicht nicht immer ganz einfach sein wird, sofort jemanden zu finden, der ihm zuhört und ihm glaubt. Ermutigen Sie das Kind, nicht aufzuhören, bis ihm geholfen wird. Bestärken Sie es darin, dass es keine Schuld am Vorgefallenen trägt.

Wo erhalten Sie fachliche Unterstützung und Hilfe?
Wenn Sie offene Fragen haben oder unsicher sind, wie Sie bei einem Verdacht vorgehen sollen, so können Sie sich an eine Fachstelle wenden:

Soziale Dienste, Fachstelle für Kinder- und Jugendfragen