Rückblick: Bettagsgottesdienst mit Besuch aus Warschau

Bettag: Monika + Michal (Foto: Christoph Knoch)
«Marta sagte zu Jesus: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.«» (Johannes 11) darüber hat Michał Jabłoński (Warschau) gepredigt. Monika Polkowska, seine Frau, hat im Gottesdienst übersetzt und Sebastian Roszak, der Präsident des Kirchgemeinderats, hat bei Suppe und Zwetschgenkuchen die reformierte Gemeinde von Warschau vorgestellt.
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«Wärest Du doch dagewesen»
Jetzt waren sie da, die Gäste aus Warschau. Der Pfarrer und seine Frau konnte die Kirchgemeinde Muri-Gümligen gemeinsam mit dem Präsidenten des Kirchgemeinderats endlich wieder besuchen. Der Bettags-Gottesdienst und die intensiven Gespräche bei Suppe und Zwetschgenkuchen bleiben in Erinnerung.

Lange Beziehung nach Warschau
Seit über 30 Jahren besteht der Kontakt wischen Warschau und Muri. 450 Gemeindeglieder dort und 5712 hier. Die Warschauer reformierte Gemeinde wächst jährlich um 10 bis 20 Mitglieder, während hier die Zahlen zurückgehen. «Wir müssen uns ständig verändern», betonte Sebastian Roszak, der Kirchgemeindepräsident. Es sei schwierig, den alteingesessenen Gemeindeglieder klar zu machen, dass es für die Zukunft essentiell ist, sich den jungen Menschen zuzuwenden und sie als Mitglieder zu behalten. Es brauche neben den sonntäglichen Gottesdiensten die Gesprächsangebote des Pfarrers über Ethik und Politik. Ökumene sei zwar wichtig - und sie als winzig kleine Minderheit werden von allen respektiert, aber ihre Chance sei, dass sie eigenständig und kritisch unterwegs sein könnten. Das mache sie attraktiv.

Wundergeschichten heute
In seiner Predigt ist Michał Jabłoński von einem Satz aus Johannes 11 ausgegangen: «Herr, wenn du hier gewesen wärst, dann wäre mein Bruder nicht gestorben». So sagt die enttäuschte Marta zu Jesus, der erst vier Tage nach dem Tod ihres Bruders bei seinem Freund Lazarus aufgetaucht ist. Lazarus, so erzählt Johannes, wird wieder lebendig. Unglaublich, unvorstellbar. «Es geht nicht darum, dass wir heute solche Wundergeschichten einfach glauben, sondern darum, dass die Begegnung mit Jesu Botschaft auch heute Menschen lebendig machen kann», so der Warschauer Pfarrer. Es geht darum, das Leben hier und jetzt gemeinsam zu entdecken. Über alle Grenzen hinweg. Dank Monika Polkowska, seiner Frau, die früher Deutsch unterrichtet hat und im Gottesdienst übersetzt hat, konnten alle der Predigt folgen.
«Wir danken, dass wir so viele Jahre von euch unterstützt werden. Euer Beitrag ermöglicht, dass wir den sehr schlecht gestellten Rentnerinnen und Rentnern Medikamente subventionieren können. Und wir freuen uns, wenn ihr wieder einmal zu uns nach Warschau kommen könnt.» So betonten Pfarrer und Kirchgemeinderatspräsident.

Suppe und Zwetschgenkuchen
Mit den neuen Corona-Regelungen des Bundesrats gilt bei allen Anlässen mit Konsumation, dass die «3G»-Regel eingehalten und das Zertifikat kontrolliert werden muss. «Es hat ganz gut funktioniert mit der Kontroll-App», so das Gümliger Sigristinnen-Team. «Wir brauchen einfach etwas mehr Zeit, um alle an den Tischen zu bedienen, doch auch das hat gut geklappt.»


Geschichte der Beziehungen zwischen Muri-Gümligen und Warschau
Am 30. September 2018 haben die beiden Pfarrer aus Warschau und Muri miteinander den Erntedankgottesdienst in der reformierten Kirche in Warschau gefeiert.