«Eine Ziege wollte schwimmen ... » - und ein Kind fliegen lernen

Muri KUW 1. Klasse<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>716</div><div class='bid' style='display:none;'>8490</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Sebastian Stalder hat im (Familien-)Gottesdienst am 27. Januar die Kinder der 1. Klasse zum Start der «Kirchlichen Unterweisung» begrüsst.
Marcel Dietler, pensionierter Pfarrer schreibt über den Gottesdienst:

Berge versetzender Glaube

Was Glaube ist, wurde auf eindrückliche Weise gezeigt im Familiengottesdienst am 27. Jan. 2019 in der Kirche Muri. Im Familiengottesdienst sieht eine gottesdienstliche Gemeinde völlig anders aus als bei der sonst üblichen Sonntags-Grau-Panther-Versammlung, zu der ich selber auch gehöre. Im Familiengottesdienst vibriert der Kirchenraum von spürbarer Liebe. Da sitzen Väter und Mütter mit Kindern auf den Armen, grössere Geschwister der Kleinen schmiegen sich an die Eltern. Es wird geküsst und geschmust. Die Katechetinnen erzählten ein faszinierende Geschichte, der junge Pfarrer Sebastian Stalder hielt eine gute Predigt, Organist Jacques Pasquier spielte grossartig wie immer. Doch auf einmal geschah es... Eine wohl nicht einmal zweijährige Gottesdienstbesucherin machte sich selbständig und krabbelte die Stufen zum Chorraum empor. Mir stockte der Atem. Tut mir leid, Sebastian, ich habe einen Augenblick lang, der mir wie eine Ewigkeit vorkam vor Angst nicht mehr zugehört. Ob die junge Dame nicht plötzlich herunterkollern würde? Ich spürte auch die Angst meiner Frau neben mir. Wenn sie jemand in Gefahr sieht, stösst sie spontan einen lauten Schreckensschrei aus. Warum eilten nicht Vater und Mutter ihrer Prinzessin zu Hilfe? Zwei Stufen hatte sie bereits geschafft. Es folgte die dritte und letzte Stufe. Jetzt war sie oben. Ich wollte gerade aufatmen. Da stellt sich die Prinzessin stolz vor die Gemeinde, hebt die Arme hoch und springt! O mein Gott, es ist geschehen! Ich sehe alles in Zeitlupe. Sie fällt und fällt und fällt, doch bevor sie mit dem Kopf auf dem Kirchenboden aufschlägt, haben die Arme der Mutter sie aufgefangen. Mir ist, als ob Sebastian, der das Kind direkt unter der Kanzel ja nicht sehen konnte, fragend das angstverzerrte Gesicht des alten Ehepaares, das wir sind, angeschaut hatte, das sich in grosselterliche Wonne auflöste. Mein Blick hängt immer noch an Mutter und Prinzessin. Ich sehe strahlenden Augen des Kindes. Es hatte den Sprung gewagt, und es war von starken Armen aufgefangen worden. Das ist Glaube. Welch ein Gottesdienst!

Marcel Dietler, 27. Januar 2019


Die Ziege, die schwimmen und das Kind, das fliegen lernen wollte…
Kinderlachen, Geschichten und Bilder füllen die Kirche Muri mit fröhlichem Leben. Sebastian Stalder, dem Jugend- und Familienpfarrer der Kirchgemeinde ist es mit dem Unterweisungsteam gelungen, einen lebendigen Sonntagmorgengottesdienst zu feiern.
Alle kamen auf ihre Kosten – auch die ergrauten Häupter, schrieb einer der Teilnehmenden im Mail ans Pfarrkollegium (www.rkmg.ch). Er fährt fort: «Eine wohl nicht einmal zweijährige Gottesdienstbesucherin machte sich selbständig und krabbelte die Stufen zum Chorraum empor. Mir stockte der Atem. Tut mir leid, Sebastian, ich habe einen Augenblick lang, der mir wie eine Ewigkeit vorkam vor Angst nicht mehr zugehört. Ob die junge Dame nicht plötzlich herunterkollern würde? … Da stellt sich die Prinzessin stolz vor die Gemeinde, hebt die Arme hoch und springt! O mein Gott, es ist geschehen! Ich sehe alles in Zeitlupe. Sie fällt und fällt und fällt, doch bevor sie mit dem Kopf auf dem Kirchenboden aufschlägt, haben die Arme der Mutter sie aufgefangen.» Die Geschichte von der Ziege, die Predigt, die Lieder werden bald einmal vergessen sein. Unvergesslich für alle diese kleine und glücklich ausgegangene Episode.
«Kinder lachen, spielen, tollen,
sie sind freundlich und sie schmollen.
Können still sein, Märchen hören,
manchmal auch Erwachs'ne stören.
Sie sind rührend, sie sind schlau
und sie kennen uns genau.
Wollen niemals langsam gehen,
können Tiere gut verstehen.
Sie sind wählerisch beim Essen,
haben Streit sehr schnell vergessen.
Meist erreichen sie ihr Ziel,
voller Charme und Mitgefühl.
Spielen stundenlang im Sand,
geben Tanten nicht die Hand.
Schneiden ausdrucksvoll Grimassen,
könne lieben und auch hassen.
Sagen lauthals klipp und klar,
was zwar peinlich aber wahr.
Singen laut und beten leise,
loben Gott auf ihre Weise.»

Den Text von Albrecht Galle hat Sebastian Stalder Jung und Alt mit auf den Weg ins Leben gegeben. ck/md
Foto (Annina Amonn): Kinder in der Kirche Muri.
Autor: Christoph Knoch     Bereitgestellt: 27.01.2019     Besuche: 72 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch