Gelungenes Glockenfest in Gümligen

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Kirche Gümligen: (ck)
«Viele, viele bunte …..»
… Menschen, junge und alte, säumten am Samstagmorgen die Dorfstrasse, um jenen zuzuwinken, die vom Bahnhof her mit Pferdewagen zur Kirche gefahren wurden. Gegen Hundert am Glockenaufzug 1954 aktive Schülerinnen und Schüler folgten der Einladung der Kirchgemeinde.
Christoph Knoch,
«Lemi’s Dixieland Band» begleitete Umzug und gab bei der Kirche ein Platzkonzert. Die Worbletaler Burefroue bewirteten die ungewöhnliche Klassenzusammenkunft und weit über 300 weitere Gäste im Zelt neben der Kirche. Der Jodlerklub Aaretal Gümligen hiess jene, die vom Genfersee und aus der Ostschweiz zum Glockenfest gekommen waren, mit heimatlichen Klängen willkommen. Barbara Schmutz und Martin Koelbing begleiteten durch das Programm des Tages, das eine bunte Mischung aus froher Unterhaltung, gemütlichem Austausch und Nachdenklichem bot. Ein erster Höhepunkt des Samstags war der Auftritt der drei von zwei Erwachsenen verstärkten Bellkids mit ihren 82 Glocken. Zarte Klänge erfüllten den Kirchenraum und verzauberten die Zuhörenden. Auf grosses Interesse stiessen die Ateliers. Zur Geschichte der Gümliger Kirche brachte Fritz Bosshard manch neue Episode zu hören. Wie das Glockengiessen heute funktioniert erläuterte René Spielmann, der in dritter Generation mit Verantwortung trägt für die Glockengiesserei in Aarau. Eric Nünlist liess die Teilnehmenden zu einem grossen Glockenspiel zusammenwachsen. Gebannt folgten die Gäste der Videodokumentation, die Christoph Knoch zum Glockenfest zusammengestellt hatte – über 40 Kopien der Filme von 1954 wurden bestellt.
«Viele, viele bunte Smarties»
so tönte es um 18.00 Uhr vom Kirchturm, weit über das Dorf hin waren die ungewöhnlichen Glockenklänge vom Gümliger Kirchturm zu hören. Ob so nun jede Woche der Sonntag eingeläutet würde, wollte am Montag jemand wissen. Die Gümliger Glocken mussten dafür eigens präpariert werden, zwei Spieler mit Gehörschutz stiegen anschliessend schweissgebadet vom Turm. Auf dem mobilen Glockenstuhl mit 18 Carillon-Glocken aus Aarau folgten Melodien vom «Te Deum laudamus» der Eurovision (M.A. Charpentier) bis Sister act und russischen Volksliedern unter Leitung von Eric Nünlist. «Swissbells.org», so das Handglockenensemble der Nordwestschweiz, hat sich seit einigen Jahren dieser besonderen Art des gemeinsamen Musizierens.
Kinderchor und Perkussionsimprovisationen der Musikschule
Von morgens zehn an waren die 15 kleinen Sängerinnen und Sänger auf dem Gelände aktiv: Klettern, Ponyreiten, Velofahren – unter Leitung von Noe Ito haben sie am Abend tadellos von «Läutet uns zum Frieden in diesen wirren Zeiten, mahnet uns hienieden an Gottes Ewigkeiten» bis zum in sechs Sprachen gleichzeitig gesungenen Kanon vom schlafenden Bruder Jakob gesungen. Ganz ungewohnte Klänge in der Kirche erzeugten die zahlreichen Perkussionsinstrumente der Schlagzeugschüler der Musikschule Muri-Gümligen, der Raum eignet sich erstaunlich gut für solche Experimente.
Der Abend mit der Trachtengruppe am Freitag und die beiden Ensembles der Musikschule am Sonntag setzten Auftakt und Abschluss des Kirchengeburtstags.
«Ein wunderbares Fest! Friedlich, fröhlich – und so gar nicht Kirche» immer wieder waren solche Stimmen zu hören. «Wann macht ihr das nächste Fest? Es hat uns so gut getan.» Ob es nun zu einer Tradition der «Glockenchilbi» in Gümligen kommen wird, ist noch offen.
ck