«Von Riesen, Geistern und Gletschern»

Findling Muri<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>581</div><div class='bid' style='display:none;'>7386</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Steine haben mich schon als Kind fasziniert. Regelmässig habe ich einen Stein im Hosensack verstaut und nach Hause getragen. Wenn der Stein grösser und schöner war, dann musste mein Vater tragen helfen. Nicht anders war es, als ich Vater geworden war. Doch diese Steine waren immer «tragbar».
Pfingstgottesdienst in der Kirche Gümligen oder www.rkmg.ch/sonntag

Steine im Weg
Grab Bet Shearim<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>594</div><div class='bid' style='display:none;'>7416</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Leeres Grab Bet Shearim<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>594</div><div class='bid' style='display:none;'>7417</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
«Wer wälzt uns den Stein vom Grab?», haben die Frauen an Ostern gefragt (Markus 16, 3). In den letzten Tagen haben wir viel von «unserem» 400 Tonnen-Stein gelesen und gesehen. Er lag dem rascheren Vorwärtskommen regelrecht im Weg. Nun ist er nicht weg, aber um wenige Meter verschoben. Die Blechlawine wird für ein paar Jahre wieder schneller rollen. Die Verantwortlichen für den Ausbau der A6 haben die Antwort gefunden.Ihnen kam das Wissen einer hochspezialisierten Firma zugute.
Die Frauen damals fanden den Stein weggewälzt – das Grab ist leer. «DerJesus, den ihr sucht, der ist nicht hier», sagen die weissgekleideten Männer. Angst ergreift sie und sie rennen weg.
Findling Muri<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>581</div><div class='bid' style='display:none;'>7389</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Von Riesen seien diese Steine übers Land verteilt worden, so die Antwort früherer Generationen auf die zahlreichen Findlinge in unserer Gegend. Menschen suchen immer nach Lösungen – oder mindestens nach Erklärungen. Der Findling an der Autobahn ist nun verschoben. Der motorisierte Verkehr hat nun mehr Raum. Ob das DIE Lösung ist, wird sich erst kommenden Generationen zeigen.
Die Frage der Frauen wird auch nach 2000 Jahren immer wieder vorgelesen. Bis heute fragen wir, was denn damals wirklich war. Ostern bleibt ein Rätsel und erschliesst sich nur im Glauben der Erzählgemeinschaft.



Fritz Christoph Minder<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>539</div><div class='bid' style='display:none;'>5776</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
Steine verbinden
Seit Jahrtausenden werden Steine von Menschen aufgestellt als Zeichen der Erinnerung, als Markierungen für die Jahreszeiten, als Grab- und Denkmäler. Schalensteine spannen den Bogen zwischen irdischen Gaben und der Hoffnung nach einer ganz anderen, ungreifbaren, unerklärbaren Welt. Im Ostermundigenwald finden wir sie ganz in unserer Nähe.
Vor der Kirche Gümligen steht ein «Denkstein» mit dem Namen «Heiliger Geist – Heilige Geistin». Fritz Christoph Minder hat den Muschelkalkstein vor einigen Jahren kunstvoll behauen. Dann stand er im Chor der Kirche. Jetzt steht er als Zeichen draussen vor der Tür und weist darauf hin, dass da mehr ist zwischen Erde und Himmel als wir verstehen.

Steine werden zu Kunst
Erst die schweisstreibende Arbeit des Künstlers lässt einen Stein zum Kunstwerk werden. Erst durch die Augen der Betrachtenden und die entsprechende Deutung geprägt durch Geschichten, durch Erzählungen und Erfahrungen, entsteht noch einmal eine ganz neue Dimension. «Kunst zum Anfassen» sind sowohl die uralten Schalensteine wie jener von Fritz Christoph Minder.

Von Geistern und Geist
Riesen seien es gewesen, Geister hätten sie bewegt, die Findlinge. Jahrhundertelang war das die Erklärung für die eigenartig in der Landschaft verstreuten Brocken. 1000 Jahre sei «unser» Stein vom Oberaarhorn auf dem Oberaargletscher bis vor unsere Haustüre unterwegs gewesen, ein ganz reiner Granit sei er, schützenswert und sehenswert. So erklärt der Geologe.
«Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen,sondern den Geist, der von Gott kommt, damit wir verstehen, was uns von Gott geschenkt worden ist.» (1. Korinther 2, 12)
Am Sonntag feiern wir Pfingsten und erinnern daran, dass erst die Geistkraft, die Inspiration, das Nach- und Weiterdenken die Geschichte vom leeren Grab im Garten vor den Stadtmauern Jerusalems bis zu uns hat kommen lassen. 2000 Jahre hat das gedauert …

Christoph Knoch