Ostern – zum Zweiten. Äthiopisch-orthodoxe feierten in Gümligen

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Foto (ck): Nach dem Ostergruss werden alle mit dem Kreuz durch die Priester gesegnet.

Die orthodoxen Kirchen kennen ein eigenes Osterdatum. Selten (wie 2017) fallen die beiden Termine auf den gleichen Sonntag. In der Nacht vom 7. Auf den 8. April hat sich die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo Gemeinde Abune Teklehaimanot in der Kirche Gümligen zu ihrer Osternachtfeier versammelt. Sie dauert von Samstagabend bis in den frühen Sonntagmorgen.
Von reformiert zu orthodox und wieder zurück
Am Donnerstagabend begann eine Gruppe Freiwilliger aus der äthiopischen Gemeinde unter Leitung von Pfarrer Adane Abebaw die Gümliger Kirche so zu verwandeln, dass sie Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern gemeinsam feiern können. Teppiche bedecken den Sandstein, Kerzen stehen im Eingang bereit und der Chorraum wird von einem farbigen Vorhang vom Schiff der Kirche getrennt. Von jetzt an wird der Raum nur noch ohne Schuhe betreten. Die beiden Mikrofone mit langem Kabel werden an die Lautsprecheranlage angeschlossen und getestet. Jetzt können die Gemeindeglieder von nah und fern nach Gümligen kommen.
Der Höhepunkt ist die Verkündigung der Auferstehung Jesu um Mitternacht zwischen Samstag und Sonntag. Ein fröhliches Trillern aus aller Munde erfüllt die Kirche.
Der Ostergruss «Christus ist auferstanden!»


Nur der Duft erinnert an die Nacht
Der Gottesdienst endet bei der Morgendämmerung. Emsige Hände tragen Teppiche, Bilder, Kerzen und die heilige «Bundeslade» wieder in den grossen Keller unter dem Kirchgemeindehaus. So wurden die Reformierten beim «FeierAbend» am Sonntagnachmittag um fünf nur noch mit der Nase daran erinnert, dass da in der Nacht was war. Der kaum mehr zu riechende Duft des äthiopischen Weihrauchs erinnert an volle Kirche beim engagierten Feiern in der Nacht.
Der Segen für alle


Kirche und Militär, Vertreibung und Spaltung
Pfarrer Adane lebt seit vielen Jahren in Gümligen und betreut eine weit verstreute Gemeinde. Seit die Militärjunta in den 1970er Jahren Patriarch Abune Tewoflos hingerichtet hat und die Regierung 1992 Patriarch Abune Merkorios zur Abdankung und Flucht gezwungen hat, gibt es zwei Gemeindetraditionen. Die Gümliger Gemeinde sieht (wie viele in Europa und in den USA) in Patriarch Abune Merkorios ihr kirchliches Oberhaupt.

Im Kirchenraum ohne Schuhe
Gäste sind übrigens bei allen Gottesdiensten jederzeit herzlich willkommen. Einzig die Schuhe müssen am Kircheneingang zurückbleiben. ck




Weg zur Kirche Gümligen
benützen Sie bitte den öffentlichen Verkehr. Rings um die Kirche sind wegen einer Baustelle Parkplätze knapp.
Anreise per öV und die letzten Meter zu Fuss


Autor: Christoph Knoch     Bereitgestellt: 07.04.2018    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch