Theologie im Sommer: "Der ewige Protest - Reformation als Prinzip"

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Reformation ist kein einmaliges Ereignis, sondern Prozess und Prinzip zugleich. - Das sagt der renommierte Münchner Theologieprofessor Jörg Lauster in seinem vielbeachteten Büchlein "Der ewige Protest", das wir in vier Etappen lesen und diskutieren.
Manuel Perucchi,
2017 wurden die Feiern zu 500 Jahren Reformation eingeläutet mit dem Luther-Jahr. Es war ein ereignisreiches Jahr, das mit Erinnerungsfeiern und Veranstaltungen aller Art aufgewartet hat. Doch damit nicht genug: Der Reformation wird weiterhin und auch in den kommenden Jahren gedacht – 2019 zum Beispiel. Dann jährt sich der Amtsantritt Huldrych Zwinglis am Zürcher Grossmünster zum 500. Mal – und damit der Beginn der Reformation in der Schweiz.

Der Blick zurück in gute alte Zeiten tut gut und ist identitätsstiftend. Doch darf man kritisch fragen: Wie viel Selbstlob und Selbstgefälligkeit verträgt der Protestantismus? Und wenn wir vorwärtsschauen, stellen sich neue Fragen: Welche Zukunft hat Religion überhaupt in der heutigen Gesellschaft? Wo finden sich Kirche und Menschen der heutigen Zeit zwischen entschlossenem Fundamentalismus auf der einen Seite und radikaler Entchristlichung auf der anderen?

Reformation ist Prozess und Prinzip – ein dem Christentum selbst innewohnender Antrieb. Dieser Meinung ist Jörg Lauster, einer der profiliertesten Vertreter der liberalen Theologie und Professor für Systematische Theologie in München. Im Luther-Jahr 2017 hat Lauster einen Essay mit dem Titel «Der ewige Protest – Reformation als Prinzip» veröffentlicht, der weitherum Beachtung fand. Darin sind Sätze zu lesen wie: «Die Reformation ist kein Ereignis, sie ist eine Haltung. Protestantische Gesinnung engagiert sich mit Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt für die Zukunft ihrer institutionellen Herkunft, sie ist darin jedoch frei von der kleingläubigen Sorge, dass alles bleiben muss, wie es ist. Die liberale und kulturprotestantische Haltung zeigt sich in der unermüdlichen Tapferkeit der Weltgestaltung, die im Vertrauen auf eine der Welt eingelassene Güte dem Absurden in der Welterfahrung widersteht. In dieser Tapferkeit und in dieser Überzeugung ist der Protestantismus als ewiger Protest eine Religion für freie Geister – und davon gibt es viele.»

Die Reihe Theologie im Sommer steht dieses Jahr ganz im Zeichen des «ewigen Protestes Reformation». Wir lesen das kleine Buch (135 Seiten) von Jörg Lauster etappenweise und diskutieren an vier Abenden darüber. – Herzliche Einladung an alle, die an der Vergangenheit und besonders an der Zukunft der reformierten Kirche interessiert sind. Und wenn Sie sich zudem gerne unbequemen Gedanken stellen und kontroverse Gespräche mögen, umso besser!

Die Gesprächsabende finden jeweils dienstags von 19.30 bis 21.00 Uhr im Kirchgemeindehaus Muri (Thunstrasse 98) statt:

19. Juni
10. Juli
14. August
4. September


Genauere Angaben und allfällige Dokumente zu den einzelnen Abenden finden sich via folgenden Link:

Theologie im Sommer


Pfarrer Manuel Perucchi


Die Teilnehmenden besorgen sich und lesen das Buch vorgängig individuell:
Jörg Lauster: Der ewige Protest – Reformation als Prinzip, Claudius Verlag, München 2017.

Autor: Manuel Perucchi     Bereitgestellt: 16.03.2018     Besuche: 37 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch