Abendklänge

Abendklänge (Foto: Christoph Knoch)
Kathrin Hottiger und Christine Heggendorn haben am 9. September 2016 in der Kirche Muri zu Texten von Ella de Groot musiziert.
Die Texte der Lieder

Wo bist du, kleiner Stern?
Wo bist du, kleiner Stern, ach, wo bist du, heller Stern?
Vielleicht verdeckt dich eine schwarze Wolke, eine finstere, schwarze Wolke,
Wo bist du, mein Mädchen, wo bist du, schönes Mädchen?
Hast du deinen treuen Freund verlassen, deinen Freund, deinen Liebsten?
Eine schwarze Wolke hat den kleinen Stern verdeckt,
die kalte Erde hat das Mädchen aufgenommen.
Text und Musik: Modest Mussorgsky

Après un rêve
In einem Traum, so zauberhaft wie dein Bildnis, träumte ich vom Glück, glühendes Traumbild,
in dem deine Augen zärtlicher waren, deine Stimme rein und wohlklingend,
in dem du strahltest wie der morgenlichterhellte Himmel.
Du riefst mich und ich verließ die Erde, um mit dir zum Licht zu entfliehen;
der Himmel öffnete für uns sein Gewölk;
noch nie gesehener Glanz, göttlicher Schein war zu ahnen.
Leider! Ach! Trauriges Erwachen vom Traum;
Ich rufe dich, o Nacht, gib mir meine Trugbilder wieder;
Kehr zurück, kehr zurück, strahlende, kehr zurück, o geheimnisvolle Nacht!
Text: Romain Bussine (Musik: G. Fauré)

Der Herbst des Einsamen
Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle; Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.
Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel; im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel; es ruht des Landmanns ruhige Geberde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.
Bald nisten Sterne in des Müden Brauen; in kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden.
Und Engel treten leise aus den blauen Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen, wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.
Text: Georg Trakl (Musik: Albert Moeschinger)

Im Herbst
Ach wie schnell die Tage fliehen, wo die Sehnsucht neu erwacht,
wo die Blumen wieder blühen und der Frühling wieder lacht!
Alle Wonne soll erstehen, in Erfüllung Alles gehen.
Ach wie schnell die Tage fliehen, wo die Sehnsucht neu erwacht!

Seht die Tage geh’n und kommen, zieh’n vorüber blüthenschwer.
Sommerlust ist bald verglommen, und der Herbstwind rauscht daher.
Ach, das rechte Blühn und Grünen, es ist wieder nicht erschienen!
Ach, wie schnell die Tage fliehen, wo die Sehnsucht neu erwacht.
Ach wie schnell wie fliehen!
Text: C. Klingemann (Musik: F. Mendelssohn)