«Ihr habt so gute Angebote – und keiner weiss davon»

2011 Zukunftswerkstatt <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Christoph&nbsp;Knoch)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>rkmg.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>9</div><div class='bid' style='display:none;'>130</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>
2011 Zukunftswerkstatt (Foto: Christoph Knoch)
Am Samstag, 25. Juni 2011, trafen sich im Thoracherhus rund 40 Personen. Sie haben sich unter fachkundiger Leitung einen ganzen Tag über das zukünftige Wirken der reformierten Kirchgemeinde Muri-Gümligen in der Jugend-, der Altersarbeit und dem ganzen Bereich dazwischen befasst. Fazit: Auch in fünf Jahren wird die Kirchgemeinde hier aktiv bleiben. Vielen war gar nicht bewusst, welche Angebote bis jetzt schon gemacht – und genutzt werden.
Zukunftswerkstatt Sozialdiakonie
Eine «Zukunftswerkstatt» ist eine äusserst spannende Methode, um Menschen aus verschiedenen Bereichen, mit verschiedenen Perspektiven und ganz unterschiedlichen Zugängen zu einem bestimmten Themenbereich zusammenzubringen und mehr als nur Ideen entwickeln zu lassen. Am Samstag waren Leute aus der eigenen Gemeinde, sozialen Institutionen von Muri-Gümligen, aus anderen Kirchgemeinden, Angestellte und Kommissionsmitglieder unter Leitung von Karin Dangel und Urs Alter auf dem Weg in die Zukunft.
«Ich weiss nicht, was Sozialdiakonie ist. Mit der Kirche habe ich eigentlich nichts zu tun, aber was ihr vor habt, das tönt spannend. Ich lasse mich gerne auf den heutigen Tag ein.» meinte einer der Teilnehmenden bei der Vorstellungsrunde. Er war wohl nicht allein auf diesem Weg ins Ungewisse. In Kirchgemeinden wird seit Jahren von «Sozialdiakonie» gesprochen. Sozialarbeitende sind vielen ein Begriff, doch «Diakonie»? Wer die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählt bekommt, versteht bald worum es geht: Arme, Kranke, Witwen, Waisen, Fremde waren Ziel kirchlicher «Liebestätigkeit» wie es früher oft hiess. Zu den Errungenschaften eines modernen Staatswesens gehört, dass viele soziale Einrichtungen in staatliche Hände gingen. Gesetzliche Grundlagen wurden geschaffen und die Hilfe professionalisiert. Soziale Dienste werden heute sowohl von den politischen Gemeinden als auch den Kirchgemeinden geleistet, wobei sich die Angebote – und das wurde bei der Bestandesaufnahme bald einmal klar - nicht konkurrenzieren sondern ergänzen sollen.

Beziehungen knüpfen und pflegen
Seit den Sechzigerjahren bestehen in der Kirchgemeinde Muri-Gümligen Kommissionen, die diese Arbeit begleiten. Heute ist die Diakonie-Kommission dafür verantwortlich, dass für die Jugend, das Alter und den breiten Bereich dazwischen verschiedene Angebote gemacht werden. Herbstferienpass, Muribadwoche und BüX sind vielen in der Gemeinde ein Begriff. Dass diese Angebote aber von der Kirchgemeinde finanziert und getragen werden, ist häufig nicht im Blick. Noch viel weniger präsent sind die Erziehungskurse für Eltern («Mittleres Alter»), die Begleitung von Migrantinnen und Migranten. Dass es seit den Sechzigerjahren ganz regelmässige Angebote («Stubete», Altersturnen, Beratung und Besuche) für Ältere und Betagte gibt, ist oft auch nur Insidern bekannt. Das jüngste Kind der Angebote ist der wöchentliche ZICKzackTreff im Melchenbühl für alle Altersgruppen, die unter fachkundiger Anleitung etwas nähen oder flicken wollen. Bei dieser Bestandesaufnahme wird rasch klar, dass – trotz umfangreicher Kommunikationsanstrengungen - die Angebote der Diakonie nicht weit bekannt sind.

Sozialdiakonie für alle
In einem World-Café mit Moderation wurde angeregt darüber diskutiert, was Ziel, Zweck und Richtung der Sozialdiakonie in der Kirchgemeinde sein könnte. Es gab keine Begrenzungen, sondern unkonventionelle Ideen waren gefragt. Einerseits sollen die Angebote gemeinsames Erleben ermöglichen, Identität schaffen, auf persönliche Bedürfnisse eingehen, sich von andern Anbietern abheben. Entscheidend sei, dass vermehrt über die Angebote gesprochen wird und sie breiter bekannt gemacht würden. Dazu seien neue Wege der Kommunikation zu beschreiten. Warum soll nicht einmal so richtig «Party gemacht werden»? Es sei wichtig, über die kirchlichen Räume hinaus zu denken und zu gehen.

Zukunft der Sozialdiakonie vor Ort
In farbigen Collagen wird der Stand der Sozialdiakonie in fünf Jahren entworfen: Visionen voller Leben, aktive Menschen jeden Alters leben miteinander Gemeinschaft. Die verschiedenen Generationen sind zusammen unterwegs, Kindern und Jugendlichen werden Räume angeboten, Frauen und Männer wollen an ihren spezifischen Themen arbeiten, man geht gemeinsam in die Ferien…
Aus diesen Collagen und Bildern entstehen Leitsätze: wir wollen die Gemeinschaft pflegen, wir wollen vieles und noch viel mehr. Die konkrete Arbeit der Umsetzung im Blick auf den Einsatz der Ressourcen folgt nun, indem zunächst Kriterien formuliert werden, anhand derer die künftigen Angeboten ausgearbeitet werden.
«Über Google habe ich versucht, mir ein Bild von Sozialdiakonie zu machen. Der heutige Tag hat mir mehr gezeigt als Stunden vor dem Computer. Es hat sich gelohnt! Ich mache gerne weiter.» so das Fazit eines Teilnehmers.
Ob dieser Bericht in den Lokalnachrichten wohl gelesen wird? Das wäre der Anfang der noch intensiveren Kommunikation über all die Angebote der Kirchgemeinde hier vor Ort. ck/as/rkmg

Bildlegende: Zu Beginn der Zukunftswerkstatt (siehe Artikel) haben Francine Vaucher und Geri Wyser (im Bild zu sehen) die enge Vernetzung der kirchlichen Sozialdiakonie mit den Institutionen der Gemeinde Muri aufgezeigt.
Fotos: Karin Dangel

Weitere Bilder der Zukunftswerkstatt