Kirchgemeindeversammlung in Muri

Kirchgemeindeversammlung 2016 (Foto: Christoph Knoch)
Kirchgemeindeversammlung 2016 (Foto: Christoph Knoch)
Am 8. Juni 2016 fand im Kirchgemeindehaus Muri die ordentliche Kirchgemeindversammlung statt. 50 Stimmberechtigte und zahlreiche Gäste waren mit dabei.
Aufgrund einer Anfrage von Seiten der Gemeinde Muri bei Bern wurde das Traktandum 3 («Neuer Zugang Kirche Muri») zurückgezogen und unter «Verschiedenes» eine ausführliche Diskussion mit einer Konsultativabstimmung durchgeführt.

Walter Thut, Präsident der Kirchgemeinde, hat in seiner Begrüssung auf die Diskussionen während und nach der Versammlung vom Dezember 2015 hingewiesen und seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Juni-Versammlung wieder von mehr Zusammenarbeit geprägt sei. Für die einzelnen Traktanden hat er das Wort an die zuständigen Personen weiter gegeben.


Traktanden
1. Sanierung Garten Gümligen; Verpflichtungskredit von CHF 68‘500.
Umsetzung neue Sicherheitsauflagen (Sturzgefahr bei der Begrenzungsmauer), Fluchtweg von der Kirche zur Strasse, Sanierung Gartenzugang, die Wiese wird ausgeebnet und neu eingesät, neuer Veloabstellplatz.

Hanns Stauffer erläutert die Situation anhand von Bildern und Plänen. Martin Bader, der die Mauersegler im Kirchendach in Gümligen betreut, bittet darum, dass bei der geplanten Umgestaltung des Gartens auf die Anliegen von Natur- und Vogelschutz Rücksicht genommen werde. Er sei bereit, dabei mitzuarbeiten. «Das Projekt wird keinesfalls teurer, aber es ist wichtig, welche Gartenbaufirma die Arbeiten ausführt», so sein Fazit. Hanns Stauffer lädt ihn zur nächsten Baukommissionssitzung ein.


Die Versammlung stimmt dem Verpflichtungskredit einstimmig zu.

2. Erneuerung EDV; Verpflichtungskredit von CHF 70‘000
Die Kirchgemeinde betreibt im Thoracherhus einen Server als Herzstück der Elektronischen Datenverarbeitung EDV. Seit August 2010 läuft die Anlage 7x24 Stunden. Nach sechs Jahren muss der Server ersetzt werden. Sinnvollerweise werden gleichzeitig die Arbeitsstationen auf den neuesten Stand gebracht.

Martin Bauer, Mitglied des Kirchgemeinderats und der Arbeitsgruppe EDV, stellt die geplanten Erneuerungen vor. «Sechs Jahre für die EDV sind eine lange Zeit. Solange lief alles klaglos. Wir rechnen damit, dass wir nun wieder fünf bis sechs Jahre arbeiten können.»

Die Versammlung stimmt auch diesem Verpflichtungskredit einstimmig zu.

3. Neuer Zugang Kirche Muri; Verpflichtungskredit (zurückgezogen)

Martin Bauer (Foto: Christoph Knoch)
Annina Amonn (Foto: Christoph Knoch)
4. Wahlen
a) Präsident des Kirchgemeinderats mit Amtsantritt 1. Januar 2017
Vorschlag: Martin Bauer, Muri
b) Vizepräsidentin des Kirchgemeinderats mit Amtsantritt 1. Januar 2017
Vorschlag: Annina Amonn Schildknecht, Gümligen
Beide werden mit grossem Applaus im neuen Amt ab 2017 begrüsst. Da nur je ein Kandidat, eine Kandidatin aufgestellt waren, erfolgt Wahl per Akklamation.
Heidi Gebauer, Martin Bauer, Theres Funk, Annina A (Foto: Christoph Knoch)

Heidi Gebauer, Präsidentin bis Ende 2016; Martin Bauer, Theres Funk, Vizepräsidentin bis Ende 2016, Annina Amonn

5. Jahresrechnung 2015; Genehmigung
Willy Mühlematter, Präsident der Finanzkommission, stellt die Rechnung vor und weist auf den überraschend guten Abschluss hin, der durch höhere Steuererträge und eine gute Ausgabendisziplin möglich geworden ist. Er dankt den Mitarbeitenden der Verwaltung für ihre sorgfältige Arbeit. «Das war meine letzte Rechnungspräsentation», meinte er, denn er beabsichtige, sich auf Ende der Amtsperiode (31.12.2016) aus dem Rat zurückzuziehen.
Christoph Wagner und Willi Mühlematter (Foto: Christoph Knoch)



6. Bodenheizungssanierung Thoracherhus; Kreditabrechnung.
Aufgrund einer sorgfältigen Evaluation konnte eine Art der Sanierung gewählt werden, die deutlich günstiger war und die Bodenheizung für die nächsten Jahrzehnte wieder fit gemacht hat. Damit haben sich die Kosten auf CHF 41‘185.35 reduziert. Das entspricht einer Kreditunterschreitung von CHF 58‘814.65. Hanns Stauffer erläutert das Vorgehen.

7. Informationen
a) Stand Kirchgemeindehaus Melchenbühl: Christoph Wagner, Verwalter, erläutert, die Abklärungen, die im Zusammenhang mit dem Antrag von Peter Pfund («Der Kirchgemeinderat wird beauftragt, eine Teilentwidmung des Kirchgemeindehauses Melchenbühl abzuklären ....» 2.12.2015) erfolgt sind. Die Auskunft des AGR (Amt für Gemeinden und Raumordnung) war eindeutig: Im vorliegenden Fall einer (Teil-)Vermietung der Liegenschaft sei eine Teilentwidmung nicht erforderlich; dazu liege es in der Kompetenz des Kirchgemeinderates, Mietverträge abzuschliessen.

Informationen  (Foto: Christoph Knoch)
Cristina Moser, Kirchgemeinderätin, gibt bekannt, dass der Rat von einer Vermietung des Kirchgemeindehauses Melchenbühl absehe. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des MüZe hat gezeigt. dass beide Seiten von einer Intensivierung dieser Zusammenarbeit profitieren.
b) Gemeindeentwicklung: Cristina Moser, Kirchgemeinderätin, informiert über den mit dem Atelier Cottier-Zogg, generationenwelten, begonnenen Prozess. Es sei sehr intensiv, zahlreiche Aussprachen und Sitzungen hätten stattgefunden und über die (Zwischen-)Ergebnisse werde entsprechend informiert.
c) weitere Informationen: Theres Funk, Vizepräsidentin des Kirchgemeinderats, berichtet über den geplanten Ersatz der Steuerung der Heizung in der Kirche Muri. «Wir rechnen damit, dass wir nach der Sanierung etwa 25 % weniger Stromkosten haben. Noch offen ist, ob unser Projekt vom Programm ProChileWatt subventioniert wird.» www.oeku.ch/de/prochilewatt.php Die Kosten für die Sanierung liegen in der Kompetenz des Kirchgemeinderats, es sei aber doch wichtig, dass alle darüber informiert werden.


8. Verschiedenes

Neuer Zugang Kirche Muri; Diskussion
Unter Traktandum 3 hiess es: «Im Rahmen der geplanten Sanierung von Schloss- und Kirchenmauer in Muri ist eine Wiedereröffnung eines Fusswegs von Westen zur Kirche Muri projektiert. Der Weg führt hinter der Mauer mit einer leichten Steigung zur Kirche. Beim Übergang vom Schloss- zum Kirchenareal überwindet eine Treppe mit acht Stufen die letzte Steigung. Die Kirchgemeinde beteiligt sich mit einem einmaligen Beitrag von CHF 168'000 an den Erstellungskosten.
Der Kirchgemeinderat hat Nutzen und Kosten dieses neuen Weges eingehend geprüft. Da der neue Zugang wegen der Treppe mit acht Stufen nicht hindernisfrei gestaltet werden kann, sind seines Erachtens die Kosten im Verhältnis zum Nutzen für die Kirchgemeinde zu hoch. Er empfiehlt der Kirchgemeindeversammlung, dem Verpflichtungskredit nicht zuzustimmen. Stattdessen wird die Baukommission prüfen, wie der bestehende hindernisfreie Zugang zur Kirche optimiert werden kann.»

Die Voten aus der Mitte der Versammlung sind klar und eindeutig, dass der Zugang von Westen einem Bedürfnis vieler Anwesenden entspricht. Es sei eine Gelegenheit, die sich nie wieder ergeben würde. Der neu gestaltete Zugang erhöhe die Sicherheit für die Fussgänger und werte den Eingang der Kirche deutlich auf. Das Gespräch mit der Gemeinde Muri bei Bern und der Schlossbesitzerin solle unbedingt noch einmal gesucht werden, um dann mit einem umsetzbaren Vorschlag wieder in die Versammlung zu kommen.
Primär sei ein hindernisfreier Zugang anzustreben, allenfalls auch mit einer veränderten Linienführung. Falls dann nur der Einbau eines Lifts die Lösung sei, sei mit Kosten von CHF 25-30'000.- zu rechnen.

In einer Konsultativabstimmung spricht sich die Versammlung nahezu einstimmig (8 Enthaltungen) für den geplanten Westzugang zur Kirche Muri aus.
Der Kirchgemeinderat nimmt diesen Auftrag entgegen. Er wird die nötigen Abklärungen treffen und der Versammlung einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.

Annelise Jespers, Präsidentin des Kirchenchores, bedankt sich im Namen des Chores für die grosse Unterstützung beim Konzert «Die Schöpfung» von Seiten Kirchgemeinderat, Verwaltung und Mitarbeitende. Insbesondere habe der Chor die Predigtreihe «Schöpfung» geschätzt.

Lee Streit dankt ganz herzlich für den Einsatz aller für das gute und aktive Gemeindeleben. Dabei weist sie insbesondere auf den Einsatz des Kirchenchors hin. Ein ganz besonderer Dank geht an das SigristInnen-Team in Muri wie in Gümligen. Es sei schon aussergewöhnlich, «wie wir GottesdienstbesucherInnen beim Kirchenkaffee begrüsst werden.» Speziell verdankt sie die Arbeit von Willy Mühlematter. «Er war mir gelegentlich allzu sehr Finanzmann. Doch hat er mein Drängen auf Verpflichtungen gegenüber Hilfswerken immer wahrgenommen und dafür bin ich ihm dankbar.» Er sei immer ein strenger, aber gerechter Finanzminister gewesen.

Christoph Knoch weist darauf hin, dass die Reihe der Gottesdienste zum Thema «Schöpfung» weiter geht. Es sei geplant, die Gedanken der Pfarrpersonen in einer kleinen Publikation zusammenzufassen. Ausserdem weist er auf die HEKS-Kampagne «Farbe bekennen» und den Flüchtlingssonntag hin.


Beim anschliessenden Apéro wird rege weiter diskutiert.

Die Unterlagen zur Kirchgemeindeversammlung sind über www.rkmg.ch/kgv zugänglich.
Kirchgemeindeversammlung 2016
09.06.2016
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