BEGIN:VCALENDAR
PRODID:-//kirchenweb.ch gmbh//veranstaltungsausgabe v2.0//DE
VERSION:2.0
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
DTSTART:20201231T060000Z
DTEND:20201231T070000Z
LOCATION:www.rkmg.ch\, \,
TRANSP:OPAQUE
SEQUENCE:0
UID:33160-veranstaltung@rkmg.ch
DTSTAMP:20201231T093547Z
DESCRIPTION:Vom 1. Advent bis Silvester stellen wir jeden Tag reihum ein
  Wort\, ein Bild\, einen Film\, einen link auf die Webseite. Eine
  Übersicht findet sich unter https://www.rkmg.ch/advent2020.\n\nMarkus
  Dütschler schreibt im «Bund» am 31.12.20 eine höchst theologische
  Kolumne:\n(Excuséz\, «Der Bund»\, für einmal verletzen wir das
  Copyright und die Paywall.)\n\nSegnen\, was das Zeug hält\nTönt die
  übliche Floskel «ä guets Nöis» zu Silvester nach diesem besonderen
  Jahr nicht zu banal? Nein. Sie taugt auch jetzt – aber sie reicht nicht
  aus.\nWohin führt uns das neue Jahr? Einen kurzen Augenblick halten wir
  inne – und wünschen uns dann den Bergmannsgruss «Glück auf!» \n
 \nSegnen Sie oft und gern? Nein? Weil Sie nicht religiös sind? Trotzdem
  tun Sie es dauernd. Sie sagen: «ä Guete!»\, «gute Reise!»\,
  «chömid guet hei!»\, «schöni Ferie!» oder «viel Erfolg bei der
  Prüfung!» Im sächsischen Erzgebirge begrüssen sich die Leute nicht
  mit «guten Tag!»\, sondern mit «Glück auf!» Was bedeutet\, der
  andere möge wieder heil aus der bergmännischen Grube auffahren.\n\nIn
  der Schweiz – in der Servicewüste Deutschland weniger – wünscht die
  Kassierin im Supermarkt sogar im Samstagsstress allen «nones schöns
  Wuchenend!» oder «ä schöne Sunndig!». Das soll ein Segen sein\, ohne
  erhobene Hände und Weihwasser?\n\nSegen gleich sagen\nDas Wort
  segnen»stammt vom althochdeutschen «segan»\, was mit dem lateinischen
  «signum» (Zeichen) zusammenhängt. Die Wörter segnen und sagen sind
  verwandt. Es gibt zahlreiche biblische Geschichten und auch Märchen\,
  die zeigen\, wie bedeutungsvoll es ist\, was über jemanden gesagt wird:
  Ein Benedictus (gut gesagt) ist gesegnet\, ein Maledictus verflucht.\n
 \nAn Silvester stehen wir an der Schwelle zum neuen Jahr. Übergänge
  galten stets als wichtige\, aber auch nicht ungefährliche Momente:
  Geburt\, Tod\, Schulbeginn\, Pensionierung\, Heirat\, Stellenwechsel. In
  katholischen Gegenden steht bei Strassenverzweigungen oft ein Kreuz\,
  denn die Reisenden stehen\, faktisch und symbolisch\, an einem Scheideweg
  und benötigen Schutz.\n\nZum Jahreswechsel sagen wir routiniert: «Ä
  guets Nöis!» (Nebenbei bemerkt: Wie lange darf man das sagen? Manche
  behaupten\, längstens bis zum Dreikönigstag. Andere sind grosszügiger
  und definieren den ganzen Januar als «Segensphase».)\n\nEs ist noch
  nicht vorbei\nDoch kann man nach diesem schwierigen Jahr «ä guets
  Nöis» wünschen\, als wäre nichts gewesen? Jeden Tag sind Menschen an
  dieser Krankheit gestorben\, und manche\, die sie überlebt haben\,
  bleiben davon gezeichnet. Firmen haben Pleite gemacht\, Menschen ihre
  Stelle verloren. Und im neuen Jahr ist keineswegs alles vorbei\, auch
  wenn sich das viele wünschen. Es warten noch schwierige Momente auf uns.
 \n\nWas also sollen wir sagen? «Bleiben Sie gesund!» Das ist sicher nie
  falsch. Wir haben es oft gesagt\, auch Herr Berset hat uns das seit März
  oft gewünscht. Irgendwie wirkt es abgedroschen. Andrerseits: Kann Gutes
  jemals abgedroschen wirken?\n\nSeien wir ehrlich: Es sind in jedem Jahr
  schlimme Dinge passiert\, von denen zu Silvester niemand etwas ahnte. An
  Silvester 1938 hat man sich zugeprostet\, ohne zu denken\, dass am 1.
  September ein Weltenbrand ausbrechen würde. Menschen stellten sich oft
  auf ein gemütliches\, glückliches Jahr ein – und wurden jäh von
  einer Krankheit oder einem Unfall dahingerafft.\n\nEcho aus dem Walde
 \nDas alles wird uns hoffentlich nicht passieren. Wobei wir nicht einem
  blinden Schicksal ausgeliefert sind. Manches können wir beeinflussen.
  «Wie man in den Wald hineinruft\, so schallt es heraus»\, sagt der
  Volksmund. Viele Ereignisse sind das Echo unserer Taten.\n\nWenn wir «ä
  guets Nöis» oder «blybet gsund» wünschen\, machen wir nichts falsch.
  Noch wirksamer wäre es\, wenn wir uns in den kommenden 365 Tagen
  fragten\, ob unser Verhalten für das Gegenüber angenehm und hilfreich
  ist\, ob sich die anderen dadurch «gebenedeit» – oder eher
  «vermaledeit» fühlen. Bald kommt die Corona-Impfung. Doch das
  «Benedictus» wird es nicht gratis dazugeben. Das bleibt ganz unsere
  Sache.\n\n\n\n\n\nKontakt: \n\nWeitere Infos:
  https://www.rkmg.ch/veranstaltung/33160
SUMMARY:Adventskalender: «E guets Nöis»
PRIORITY:5
X-MICROSOFT-CDO-IMPORTANCE:1
CLASS:PUBLIC
END:VEVENT
END:VCALENDAR
